Ein kleines Café mit dem Namen „Café Mohrenkopf“ sorgt für Diskussionen. Der Name des Unternehmens im bayerischen Ingolstadt sei „unangebracht“, „diskriminierend“ oder gar „rassistisch“, so die Vorwürfe einiger Menschen im Netz. Aus Protest gegen den Namen geben Kritiker des Cafés schlechte Bewertungen im Internet ab. Jetzt ist dem Wirt der Kragen geplatzt. Er teilt mit: „Echt jetzt? Das nervt mich. Und zwar gewaltig!“
In einem Statement auf der Facebookseite des Cafés schreibt der Besitzer: „In letzter Zeit häufen sich negative Bewertungen auf Google weil wir „Café Mohrenkopf“ heißen! Damit wird die Arbeit, die wir täglich leisten schlecht gemacht, obwohl diejenigen nicht vor Ort waren, sondern nur was gegen den Namen haben“. Dann nimmt der Besitzer des Cafés in Ingolstadt seine Angestellten in Schutz. Er schreibt: „Die Mädels und Jungs bei uns leisten megatolle Arbeit, reißen sich den Allerwertesten fürs Café und unsere Gäste auf, putzen, kochen, servieren, halten das Café am Laufen und dabei sind sie alle zusammen immer noch gut drauf.“
Schlechte Bewertungen, „weil der Name unangebracht ist“
Es geht dem Mann dabei nach eigenen Angaben nicht um sachliche Kritik. Hierzu schreibt er: „Wenn wirklich was auszusetzen ist, dann stehe ich auch dazu. Lasst es uns wissen und wir machen es besser.“ Kein Verständnis hat er hingegen für Menschen, „die nie im Café waren“ und schlechte Bewertungen abgeben, „weil der Name unangebracht ist“.
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Tatsächlich finden sich bei Google in den Rezensionen viele negative Kommentare, die sich ausschließlich auf den Namen Mohrenkopf beziehen. So heißt es etwa: „Der Name des Cafés ist super unangebracht und diskriminierend. Man sollte sich vielleicht langsam mal Gedanken machen, ob das noch vertretbar ist. Beziehungsweise, es ist einfach nicht vertretbar!“ An anderer Stelle wird geschimpft: „Man sollte vielleicht mal über einen Namenswechsel nachdenken. In der heutigen Zeit einen rassistischen Namen beizubehalten ist ignorant!“
Attacke gegen „glatzköpfigen, älteren weißen Mann“
Auch der Wirt selbst wird angegriffen. In einer weiteren Bewertung unter den Google-Rezensionen empört sich eine Frau: „Nicht nur, dass der Name des Lokals alles andere als zeitgemäß ist, wird auf Facebook ein Post mit unter anderem einem Schokokuss geteilt, der natürlich entsprechend ‚denkende‘ Menschen anlockt, die ihren Frust über die sich wandelnde Sprachbewusstheit unter Zuhilfenahme sämtlicher Klischees und Beleidigungen kundtun“.
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Die Frau schreibt weiter: „Dass der Inhaber dieser Seite nichts dagegen unternimmt, lasse ich einfach mal so stehen“. Ihr Fazit: „So sieht es wohl aus, wenn einem glatzköpfigen, weißen, älteren Mann der Wohlstand und die Privilegien zu Kopfe steigen.“
Viel Unterstützung für Café Mohrenkopf im Netz
Dass sich die Attacken auch gegen den Inhaber persönlich richten, ist diesem aber offensichtlich egal. Er fordert die Mohrenkopf-Kritiker sogar dazu auf und stellt sich vor seine Angestellten. Der Gastronom schreibt: „Richtet diese negativen Dingen doch lieber an mich, schließlich bin ich der Böse und nicht meine Mitarbeiter.“ Dann stellt der Café Mohrenkopf-Inhaber klar: „Und zum x-ten Mal: Der Name bleibt!“
Für seinen Post erhalten der Mann und sein Café derzeit massiven Zuspruch. Innerhalb von drei Tagen erhielt der Post über 130.000 Likes und mehr als 10.000 Herzen bei Facebook. Der Durchschnitt der insgesamt 960 Bewertungen bei Google lag am frühen Montagmorgen bei 4,4 von möglichen fünf Sternen.
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