Hätte man Caren Miosga und Alice Weidel zu Beginn ihres ARD-Talks zum Thema „Was für ein Deutschland wollen Sie, Frau Weidel?“ an ein Pulsmessgerät angeschlossen, hätten wahrscheinlich beide locker über 100 gelegen. Man konnte das am nervösen Atmen und an den brüchigen Stimmen hören und am unsicher-maskenhaften Mimenspiel sehen, dass beide sich fühlten, als würden sie in einen Ring steigen. Nach der ZDF-Sendung „Wie geht’s, Deutschland?“ versuchte sich also wieder eine Institution des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an der Entzauberung oder Demaskierung der AfD, hatte dafür sogar ein gutes Konzept parat, blieb aber immer wieder im Morast bekannter, reflexhafter Diskussionsmuster stecken.
Zum guten Konzept gehörte, erst einmal im Zwiegespräch das Weltbild von AfD-Co-Chefin Alice Weidel abzuklopfen und dann zwei relativ unverdächtige Gesprächspartner dazuzuholen: Den Welt-Journalisten Robin Alexander und Hildegard Müller, die Präsidentin des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie, die früher der CDU angehörte, kann man beide zu dem politischen Spektrum zählen, das Weidel später in der Sendung für sich reklamierte: „Wir sind eine konservativ-liberale Partei.“
UPDATE
TV-Kritik
Caren Miosga in der ARD: Mit solchen Techniken bekommt man Weidel nicht gezähmt
Caren Miosga hat Alice Weidel interviewt. Nun wissen wir: Ihre Fragentechniken haben nicht funktioniert. Die TV-Kritik.
Max Kühlem
Max Florian Kühlem
6 Min
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Alice Weidel in der ARD
© HMB Media/Uwe Koch/DPA