Kommunalwahlen

CDU bleibt stärkste Kraft in Nordrhein-Westfalen – AfD verdreifacht Zustimmung

CDU und SPD haben in NRW leichte Rückgänge bei der Wählerzustimmung erfahren. In Bürgermeister-Stichwahlen wollen sich beide Parteien gegen die AfD unterstützen.

Katharina Heflik Team News AFP khe
3 Min
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüsts CDU ist erneut stärkste Kraft in dem Bundesland geworden.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüsts CDU ist erneut stärkste Kraft in dem Bundesland geworden.

© Christoph Reichwein

Die CDU hat bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen erneut die größte Zustimmung erhalten. Mit 33,3 Prozent bleibt die Partei von Ministerpräsident Hendrik Wüst stärkste Kraft. Das geht aus dem am frühen Montagmorgen von der Landeswahlleiterin veröffentlichten vorläufigen Landesergebnis hervor. Die CDU büßt damit 1,0 Prozentpunkte ein.

Zugleich konnte die AfD ihr Ergebnis in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland im Vergleich zur Kommunalwahl vor fünf Jahren deutlich verbessern – die Partei legte um 9,4 Prozent auf 14,5 Prozent zu. Die SPD musste wiederum Verluste hinnehmen und kam auf 22,1 Prozent – ein Verlust von 2,2 Prozentpunkten im Vergleich zur vorherigen Kommunalwahl.

Die auf Landesebene in Nordrhein-Westfalen mit der CDU regierenden Grünen stürzten um 6,5 Punkte auf 13,5 Prozent ab. Die Linke erreichte 5,6 Prozent – ein Plus von 1,8 Punkten. Die FDP kam auf 3,7 Prozent und verlor damit 1,9 Punkte. Das BSW erreichte 1,1 Prozent.

Stichwahlen in mehreren Städten zu Bürgermeisterämtern

Die Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen galt als erster großer Stimmungstest wenige Monate nach der Bundestagswahl. Landesweit entschieden die Bürgerinnen und Bürger über die Zusammensetzung von Kreistagen, Stadtparlamenten, Gemeinderäten sowie Regionsversammlungen. Etwa 13,7 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner waren dazu aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben.

Zudem standen zahlreiche Bürgermeister und Landräte zur Wahl. Die Wahl fand in 427 Kommunen statt, darunter waren 396 Städte und Gemeinden sowie 31 Kreise. In mehreren nordrhein-westfälischen Großstädten kommt es nun zu Stichwahlen. In Köln entscheidet sich die Wahl dann zwischen der Landtagsvizepräsidentin Berivan Aymaz (Grüne) und Torsten Burmester (SPD). In Düsseldorf muss Amtsinhaber Stephan Keller (CDU) in die Stichwahl gegen Clara Gerlach (Grüne) gehen. In Bonn muss sich die grüne Oberbürgermeisterin Katja Dörner einer Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten Guido Déus stellen

CDU und SPD wollen sich gegenseitig gegen AfD-Kandidaten unterstützen

In Gelsenkirchen, Duisburg und Hagen zogen außerdem AfD-Bewerber in die Stichwahlen ein. Bei diesen drei Wahlen wollen sich CDU und SPD gemeinsam gegen die AfD-Kandidaten unterstützen. „Da, wo die CDU mit der AfD in der Stichwahl ist, da ist für mich als Sozialdemokratin ganz klar, wir unterstützen natürlich die CDU“, sagte SPD-Landesparteichefin Sarah Philipp im WDR. Das erwarte sie umgekehrt auch von der CDU. Wüst sagte, dass die CDU in der Frage glasklar aufgestellt sei. „Wenn jemand von der AfD in der Stichwahl ist und jemand von einer demokratischen Partei, dann wissen Demokraten, was zu tun ist.“

Enttäuscht reagierten die SPD-Vorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil. „Es ist richtig, dass wir den Abwärtstrend nicht stoppen konnten“, sagte Bas im WDR. Dennoch seien die Werte kein Desaster, wie es ihrer Partei zuvor prognostiziert wurde. „Wir müssen uns natürlich fragen, wie wir aus diesem Tief wieder rauskommen“, sagte Bas. Das gute Ergebnis der AfD müsse allen demokratischen Parteien Sorge machen.

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