CDU-Schatzmeister Helmut Linssen: Wirbel um Briefkastenfirmen auf den Bahamas

Der Schatzmeister der CDU hat Geld versteckt. Und die CDU schweigt erst einmal. Kein Kommentar, heißt es aus der Parteizentrale. Und das heißt, dass es für Helmut Linssen doch noch brenzlig werden kann. Denn zwar ist Schweigen im besseren Fall Aussitzen, das Warten auf neue andere Schlagzeilen-Themen, die den Fall Linssen aus der Öffentlichkeit verdrängen. Eine Vertrauenserklärung ist es aber ...

BLZ
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Der Schatzmeister der CDU hat Geld versteckt. Und die CDU schweigt erst einmal. Kein Kommentar, heißt es aus der Parteizentrale. Und das heißt, dass es für Helmut Linssen doch noch brenzlig werden kann. Denn zwar ist Schweigen im besseren Fall Aussitzen, das Warten auf neue andere Schlagzeilen-Themen, die den Fall Linssen aus der Öffentlichkeit verdrängen. Eine Vertrauenserklärung ist es aber nicht.

Zu groß scheint die Befürchtung, dass die Beteuerungen Linssens nicht die ganze Wahrheit sind. Für die CDU, mit ihrem Selbstverständnis als Partei mit Finanzexpertise und als Wertepartei, wären Mauscheleien ihres Schatzmeisters ein herber Schlag, selbst wenn es nicht um Partei-, sondern um dessen Privatvermögen ginge. Erinnerungen an den Ende der 90er-Jahre aufgedeckten Schwarzgeld-Skandal der CDU würden allemal wach.

Der Einzige, der sich zu Linssen öffentlich vernehmen ließ, war zunächst Finanzstaatssekretär Michael Meister. Er gab dem Deutschlandfunk ein Live-Interview zur Steuerhinterziehung, da konnte er der Frage nach dem Schatzmeister nicht ausweichen. Meister blieb zurückhaltend. Er warte ab, „was dort tatsächlich passiert ist“.

CDU sieht Linssen als Medienopfer

Nach einem Bericht des Sterns hatte der heute 71-jährige Linssen Ende der 90er-Jahre über eine Briefkastenfirma mehrere 100.000 Euro zunächst auf den Bahamas, dann in Panama geparkt. Beide Länder gelten als Steuer-Sparparadiese. Linssen beteuerte, er habe keine Steuern hinterzogen. Das Geld habe er von seinen Eltern geerbt.

Die Firma in Panama wurde offenbar aufgelöst, kurz bevor Linssen 2005 Finanzminister in Nordrhein-Westfalen wurde – allerdings noch vor der Landtagswahl, bei der die CDU nicht sicher mit einem Sieg hatte rechnen können. Laut Stern wurde ein Strafverfahren gegen Linssen eingestellt. Kurioserweise stammen seine Steuerdaten wohl von einer Steuer-CD, die das Bundesland NRW angekauft hatte. Linssen hatte als Finanzminister den umstrittenen Ankauf von CDs mit Daten von Steuersündern unterstützt.

Es gibt nun Spitzenleute in der CDU, die schimpfen, der Fall werde hoch gezogen. Sie sehen Linssen als Medienopfer. Es gibt andere, die sich fragen: „Ist das alles? Oder kommt da noch etwas?“ Es gibt den lakonischen Kommentar: „Oh, wie schön ist Panama.“ Im Janosch-Kinderbuch bleibt Panama ein Traumziel.

Erwartet wird, dass das Thema Linssen die Klausurtagung des CDU-Vorstands am Freitag und Sonnabend in Erfurt überlagert. Eigentlich sollte dort nur über den Europa-Wahlkampf und über die thüringische Landtagswahl beraten sowie der frühere niedersächsische Ministerpräsident David McAllister als Europa-Spitzenkandidat gekürt werden. Nun werden sich die Augen wohl auch auf Linssen richten. Es ist eine der seltenen Momente, in denen der Schatzmeister der CDU größere Aufmerksamkeit findet.

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