KARLSHORST. Es ist zunächst eine Absichtserklärung. Doch wenn sich alle an ihr Wort halten, dann ist die Zukunft des Reitvereins Karlshorst gerettet. Zwar muss der Verein seinen seit 30 Jahren genutzten Standort auf der Trabrennbahn verlassen, doch er bekommt ein Ersatzgrundstück und vielleicht sogar eine neue Reithalle. Darauf haben sich der Bezirk, die TLG Immobilien als Grundstückseigentümerin und der Verein verständigt. "Ich bin erfreut darüber", sagt Jörn Oltmann, der Chef des Reitvereins. "Ich glaube aber erst daran, wenn wir in eine neue Halle ziehen."Der Reitverein muss seine Ställe für den "Carlsgarten" aufgeben. So heißt das Viertel, das auf einem Teil der Trabrennbahn entstehen soll. Der Name erinnert an den Ortsgründer von Karlshorst, Carl Sigismund Treskow. 500 Wohnungen plant die TLG Immobilien, mit den ersten Arbeiten will das Unternehmen noch in diesem Jahr beginnen. Von einer Investitionssumme im zweistelligen Millionenbereich ist die Rede. Geplant sind Stadtvillen und grüne Promenaden. Am späten Mittwochabend machten die Bezirksverordneten den Weg frei für das Projekt - zumindest die Mitglieder der PDS-Fraktion. CDU, SPD und FDP hatten vor der Abstimmung aus Protest den Saal verlassen. Der Bebauungsplan hätte sie erst wenige Tage vor der Sitzung erreicht. Zu wenig Zeit, das 126 Seiten starke Werk zu studieren. Deshalb will CDU-Fraktionschef Thomas Ziolko jetzt den Gang vors Verwaltungsgericht prüfen. Das Bezirksamt, lautet der Vorwurf, hätte nicht rechtzeitig über den Inhalt des Plans informiert. Außerdem seien Einsprüche von Anliegern nicht ausreichend berücksichtigt worden. Baustadträtin Katrin Lompscher (PDS) sieht das anders. "Es handelt sich um Dinge, die seit langer Zeit bekannt sind."Die drei Fraktionen fordern außerdem, dass sich die TLG nicht nur mündlich, sondern auch schriftlich dem Bezirk gegenüber verpflichtet, Ersatz zu schaffen für den Reitverein Karlshorst. Nach jetzigen Plänen soll der Verein auf dem zweiten Teil der Trabrennbahn ein neues Domizil bekommen. Dieses Grundstück samt Oval und Stall gehört künftig dem neuen Betreiber der Trabrennbahn, dem Verein Pferdesportpark Berlin-Karlshorst. Dieser soll dem Reitverein Asyl bieten.Foto: Diese Ställe auf der Trabrennbahn Karlshorst werden verschwinden. Im Spätsommer beginnen die Bauarbeiten für ein neues Wohngebiet.
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