Champions League gegen Arsenal

Die Bayern vor dem Dominanztest

Der FC Bayern München tritt am Dienstagabend in der Champions League beim Gruppenletzten FC Arsenal an. Der Rekordmeister ist jedoch gewarnt: Die Londoner könnten mehr können, als sie bisher zeigten.

Maik Rosner
3 Min
Träumt vom Fliegen: Bayern-Trainer Pep Guardiola.

Träumt vom Fliegen: Bayern-Trainer Pep Guardiola.

© ap/Joerg Sarbach Lizenz

„Wir wollen aus den zwei Spielen in London und beim Rückspiel in München Punkte mitnehmen, um dann das zu holen, was wir wollen: den Tabellenplatz eins“, gab Karl-Heinz Rummenigge in Auftrag. Der Vorstandschef findet, dass die Partie an diesem Dienstag bei Arsène Wengers Mannschaft mit Per Mertesacker und Mesut Özil gut geeignet ist, den „wunderbaren Start mit sechs Punkten und 8:0 Toren“ aus den ersten Gruppenspielen bei Olympiakos Piräus und gegen Dinamo Zagreb zu veredeln und zu überprüfen. „Das gilt es ganz einfach in England unter Beweis zu stellen“, sagte Rummenigge, bevor er am Montag dem Team nachflog, das am Sonntag in London angekommen war.

Respekt vorm Gegner

Die frühe Anreise war offiziell eine Maßnahme wegen des unkalkulierbaren Verkehrs in der Hauptstadt Ihrer Majestät. Doch ganz sicher spielte der Respekt vor Arsenal eine Rolle, trotz oder wegen des erstaunlichen Fehlstarts der Gunners mit Niederlagen gegen Zagreb und Piräus. „Man muss sie sehr, sehr ernst nehmen“, warnte Rummenigge, „dass sie in der Champions League Letzter sind, ist ein bisschen kurios.“ Der zweite Tabellenplatz, das 3:0 in der Premier League gegen Manchester United seien „Beweis genug für ihre Qualität“. Ein bisschen wankelmütig ist Wengers Mannschaft ja schon, was auch in den vergangenen Vergleichen mit den Münchnern, jeweils in den Achtelfinals 2013 und 2014, erkennbar war. Auswärts in den Hinspielen konnten die Bayern gewinnen, daheim sprang nur ein Punkt heraus, vielleicht allerdings auch wegen der Erfolge zuvor.

Die mangelnde Konstanz seiner Elf hat Arsenals französischem Teammanager neben seiner zurückhaltenden Transferpolitik zuletzt viel Kritik eingebracht. Aus England heißt es, in den beiden nun anstehenden Spielen gegen und bei den Bayern am 4. November gehe es für Wenger auch um seine Zukunft bei jenem Klub, bei dem er 2016 sein 20-jähriges Dienstjubiläum begehen könnte.

Robben fehlt weiterhin

Schon mit einem Sieg in London könnten die Münchner Arsenals Hoffnung auf ein Überwintern in der Champions League nahezu unmöglich machen. Doch sie wissen auch, dass die Londoner in Europas Eliteliga bisher nicht das gezeigt haben, was sie können. „Arsenal ist immer gefährlich, weil sie einfach Qualität und sehr gute, dynamische Spieler haben. Das ist eine Mannschaft, die wie wir gerne den Ball hat“, erinnerte Philipp Lahm.

Trainer Pep Guardiola, der weiterhin auf Arjen Robben verzichten muss, hat das Spiel gar in den Rang eines Finales erhoben und nebenbei die Spekulationen um seine Zukunft ungewollt um einen Beitrag erweitert. „Meine Zeit ist nicht komplett, wenn ich hier nicht die Champions League gewinne“, sagte der Katalane im dritten Amtsjahr beim FC Bayern. Wer wollte, konnte das so deuten, als stelle er sich auf einen Abschied nach dieser Saison ein. Zuletzt verlautete aus Italien, die Bayern hätten angeblich bereits eine Vereinbarung mit Carlo Ancelotti getroffen. Rummenigge wiederholte sich nun, er sei „durchaus optimistisch, dass Pep Guardiola in München bleibt“, weil „viel pro Bayern München auf dem Tisch liegt. Aber es gibt wahrscheinlich auch andere Bräute, die gut aussehen.“ Gut auszusehen und die Dominanz aus der Bundesliga auch in Europa unter Beweis zu stellen, damit wären die Münchner fürs Erste sicher schon mal sehr zufrieden.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema