Champions League

Volleys erreichen nach Sieg gegen Jastrzebski Wegiel nächste Runde

Die Berliner gewinnen 3:2. Coach Moculescu war nicht mit allem Gesehenen zufrieden.

Karin Bühler
3 Min
Juhu, es hat gereicht: Robert Kromm und Team sind eine Runde weiter.

Juhu, es hat gereicht: Robert Kromm und Team sind eine Runde weiter.

© Michael Hundt/Matthias Koch

Okay, Platz zwei in der Champions-League-Gruppe war nach dem zweiten Satzgewinn der polnischen Gästemannschaft von Jastrzebski Wegiel nicht mehr möglich für die BR Volleys. Die Gegner da drüben auf der anderen Netzseite waren gerade in der Tabelle an den Berlinern vorbeigezogen.

Weil aber aus den fünf Vierergruppen in der europäischen Volleyball-Königsklasse außer den je zwei besten Teams auch die beiden besten drei Gruppendritten die K.-o.-Runde der Top Zwölf erreichen, da sich Ausrichter Zenit Kasan ohnehin seinen Startplatz im Top-Vier-Finale gesichert hatte, gab es für die Berliner ja noch eine Hoffnung.

Eine Hoffnung, für die es sich vor 4229 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle zu kämpfen lohnte. Und so ruderte Mittelblocker Aleksandar Okolic vor dem Tiebreak noch einmal kräftig mit seinen langen Armen, um das Publikum und die Kollegen anzufeuern. So warfen die Berliner alles, was sie hatten, in den fünften Satz.

„Der Fest ist erst aus, wenn die Glocken nicht mehr läuten“, sagte Trainer Stelian Moculescu. Und nach dem 3:2 (23:25, 25:16, 18:25, 25:17, 15:9)-Sieg passierte auf dem Parkett etwas, das man bei einem Spiel, bei dem es einen Gewinner und einen Verlierer gibt, selten sieht: auf der einen Seite hüpfte das polnische Team im Jubelkreis, auf der anderen Seite drückten sich die Berliner freudestrahlend.

Langes, umkämpftes Volleyballspiel

Denn die Ergebnisse der Parallelspiele hatten ergeben: auch für Männer in den orangefarbigen Trikots hatte es eine Runde weiter in die K.-o.-Phase der Champions League gereicht.

„Jetzt kommen die wirklich guten Mannschaften. Und gegen die müssen wir in der Annahme noch zulegen. Da haben wir noch zu viele Hänger“, sagte Moculescu. „Wir haben heute zu 80 Prozent gut gespielt.“ Die Ausgangslage vor dem abschließenden Gruppenspiel hatte ein langes, umkämpftes Volleyballspiel versprochen.

Sowohl die BR Volleys als auch Jastrzebski Wegiel meldeten aus den Erfolgen der jüngeren Vergangenheit den Anspruch auf ein Weiterkommen in Europas Königsklasse an. Bei beiden Teams hatte die Vereinsführung auf die bisher suboptimale Saison mit Trainerwechseln reagiert. „Für mich treffen zwei Teams von ähnlichem Kaliber aufeinander. Viel wird darauf ankommen, wer beim Aufschlag den besseren Tag erwischt und welche Mannschaft den gegnerischen Zuspieler entschlüsseln kann. Hier stehen sich ja zwei sehr Gute ihres Fachs gegenüber“, hatte Berlins Trainer Stelian Moculescu vor der Partie gesagt.

Damit meinte er im eigenen Team Pierre Pujol. Und bei Wegiel Lukas Kampa, den Kapitän des deutschen Nationalteams, der vor der Partie die Auszeichnung als Deutschlands Volleyballer des Jahres 2017 überreicht bekam.

Der Start misslang den Berlinern gründlich. Sie lagen 0:5 hinten, ehe sie sich fingen und den ersten Durchgang noch spannend gestalteten. Der zweite Satz begann genau anders herum, schnell führten die Berliner 4:0. Sie schlugen besser auf, steigerten sich im Block und gaben den Vorsprung nicht aus der Hand. Mitte des dritten Satzes sorgte eine lange Diskussion um eine Schiedsrichterentscheidung für einen Bruch. Die Berliner ließen sich aus dem Rhythmus bringen. Der Satz ging verloren, die Partie nicht.

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