Nach dem tödlichen Schuss auf den konversativen US-Aktivisten Charlie Kirk hat die Staatsanwaltschaft im Utah County den 22-jährigen Tyler James Robinson angeklagt. Chefankläger Jeff Gray kündigte an, die Todesstrafe zu beantragen. Kernvorwurf ist „aggravated murder“, im Deutschen besonders schwerer Mord – ein Kapitalverbrechen, für das Utah die Todesstrafe vorsieht.
Der Angriff ereignete sich am 10. September bei einem Auftritt Kirks an der Utah Valley University. Nach Behördenangaben wurde der Schuss von einem Dach aus abgegeben. Kirk erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Als Belege nennen die Ermittler unter anderem DNA-Spuren am Abzug der mutmaßlichen Tatwaffe, Auswertungen von Überwachungsvideos sowie digitale Nachrichten, die dem Verdächtigen zugeordnet werden. Robinson wurde nach Hinweisen aus dem Umfeld festgenommen und dem Haftrichter per Video zugeschaltet.
Die Anklage umfasst sieben Punkte:
- Besonders schwerer Mord
- Abgabe von Schüssen mit Verletzungsfolge
- Behinderung der Justiz
- Behinderung der Justiz
- Zeugenbeeinflussung
- Zeugenbeeinflussung
- Begehen einer Gewalttat in Anwesenheit eines Kindes
Zusätzlich führt die Staatsanwaltschaft eine strafverschärfende Komponente an („victim targeting“): Robinson habe Kirk wegen dessen politischer Äußerungen als Ziel ausgewählt. Das ist kein eigener Anklagepunkt, kann aber die Strafzumessung erhöhen. Die Anklagebehörde will die formale „Notice of Intent“ zur Beantragung der Todesstrafe fristgerecht einreichen. Angaben der Verteidigung lagen zunächst nicht vor.
Wer war Charlie Kirk?
Kirks Tod entfaltet in den USA eine enorme politische Schlagkraft. Kirk galt als prägende Stimme der US-Rechten, war ein einflussreicher Vertreter der Trump-Bewegung „Make America Great Again“ (MAGA) und unterstützte den heutigen Präsidenten in dessen Wahlkampf. Er galt außerdem als enger Vertrauter von Vizepräsident J.D. Vance und von Trumps ältestem Sohn, Don Jr.
Kirk erreichte ein Millionenpublikum, vor allem junge Männer. 2012 gründete er die Jugendorganisation Turning Point USA, die heute an zahlreichen Highschools und Hochschulen aktiv ist.
Sein Tod reiht sich ein in eine Serie politisch motivierter Gewalttaten in den USA. Vor wenigen Monaten wurden im Bundesstaat Minnesota eine demokratische Politikerin und ihr Ehemann erschossen. Auch auf Trump war im vergangenen Jahr bei einem Wahlkampfauftritt geschossen worden. Behörden und Experten warnen seit Langem vor zunehmender Radikalisierung - befeuert durch Hass im Netz und aggressive Rhetorik.
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