Die historischen Lampen sollen durch modernere Leuchten des Typs Jessica ersetzt werden. Dazu gibt es viel Kritik, weil diese ein Licht verbreiten, das an Leuchtstoffröhren erinnern. In Charlottenburg-Wilmersdorf sind rund 1300 Lampen vom Austausch betroffen. Dieser hat in der Stadt bereits im Mai begonnen.
Engagierte Bürger, darunter Mitglieder des Heimatvereins sowie von der Initiative Gaslicht Kultur, hatten deshalb mehr als 1000 Unterschriften für einen sogenannten Einwohnerantrag im Bezirksparlament zum Erhalt der historischen Beleuchtung gesammelt. Mitinitiator Wolfgang Thaens, Mitglied des Heimatvereins Charlottenburg, sagte, dass Berlin mit seiner Vielzahl an historischen Gaslaternen ein Alleinstellungsmerkmal besitze.
Innerhalb der Hauptstadt habe Charlottenburg- Wilmersdorf eine Sonderstellung, dort präge die Gasbeleuchtung mehr als 75 Prozent der Straßenzüge. Im Bezirk stünden sämtliche Gaslaternenmodelle aus verschiedenen Stilepochen, sagte Thaens, sie ergänzten häufig historische Bebauungen. Zudem seien Gaslichttouren bereits Bestandteil des bezirklichen Tourismuskonzeptes.
Die Verordneten votierten fast geschlossen ( eine Enthaltung) dafür, dass sich das Bezirksamt gegenüber der Stadtentwicklungsverwaltung für einen Zukunftsplan Gasbeleuchtung Charlottenburg-Wilmersdorf einsetzen soll.Einen ebenfalls geforderten Stopp für die Abbauarbeiten wollte allein die SPD nicht mittragen.
Dieser soll das Gebiet Bismarckallee, Bleibtreustraße, Dernburgstraße, Giesebrechtstraße, Herbartstraße, Holtzendorffstraße,Johannaplatz, Kolberger Platz, Knobelsdorffstraße, Platanenallee, Preußenallee, Reichenhaller Straße, Rönnestraße, Rüdesheimer Platz, Rüdesheimer Straße, Suarezstraße, Windscheidstraße, Witzlebenstraße, Wundtstraße betreffen.
Marc Schulte (SPD), Stadtrat für Stadtentwicklung, wies darauf hin, dass der Bezirk keinen Abbaustopp durchsetzen kann, zuständig sei der Senat.Der Abbau historischer Hänge- und Bogenlampen stehe derzeit auch nicht zur Debatte, es gehe nur um Leuchten aus den 1950er-Jahren, die nicht mehr oder nur mit hohem Aufwand zu sanieren seien, sagte er.
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