Der diesjährige Nobelpreis für Chemie geht an Moungi Bawendi vom Massachusetts Institute of Technology (MIT), Louis Brus von der Columbia University und Alexei Ekimov von dem Unternehmen Nanocrystals Technology für die Entdeckung und Synthese von sogenannten Quantenpunkten.
Die Schwedische Akademie der Wissenschaften zeichnete die Wissenschaftler am Mittwoch in Stockholm für ihre Arbeit an den Nanopartikeln aus, „die so klein sind, dass ihre Größe ihre Eigenschaften bestimmt“, hieß es in der Begründung.
Quantenpunkte sind halbleitende Nanokristalle, die in der Regel einen Durchmesser von zwei bis zehn Nanometern haben. Sie können das Spektrum des einfallenden Lichts in eine andere Energiefrequenz umwandeln und werden in modernen LED-Fernsehbildschirmen, Solarmodulen und in der medizinischen Bildgebung verwendet. Dort können sie Chirurgen bei der Entfernung von Tumoren leiten.
Die Auszeichnung ist mit elf Millionen schwedischen Kronen (rund 920.000 Euro) dotiert. Die Vergabe findet am 10. Dezember in Stockholm statt.
Chemie-Nobelpreis: Entscheidung vorzeitig durchgesickert
Zuvor hatte eine offenbar durchgesickerte Pressemitteilung für Aufsehen gesorgt. Die schwedische Zeitung Dagens Nyheter und das schwedische Wissenschaftsmagazin NyTeknik berichteten bereits am Mittwoch übereinstimmend, dass die renommierte Auszeichnung in diesem Jahr an die drei Forschenden gehe.
Beide Medien beriefen sich auf eine Pressemitteilung der Schwedischen Akademie der Wissenschaften, die allerdings nicht auf der Website der Akademie zu finden war. Ein Experte des Komitees für den Chemie-Nobelpreis versicherte gegenüber „Dagens Nyheter“, dass die Preisträger noch gar nicht feststünden. „Ich versuche zu begreifen, was geschehen ist“, sagte Heiner Linke der Zeitung. „Wir haben noch keine Entscheidung getroffen, das heißt, wenn da eine Mitteilung herausgegangen ist, ist das ein Irrtum.“
Auch Akademie-Sprecherin Eva Nevelius reagierte ratlos. „Wir wissen einfach nicht, was passiert ist, wir müssen diese Sache untersuchen“, sagte sie. Die Königliche Akademie der Wissenschaften hätte zu diesem Zeitpunkt noch keine Entscheidung getroffen, das zuständige Komitee sei erst um 9.30 Uhr zusammengetreten.
Click-Chemie und bioorthogonale Chemie: Das waren die letzten Preisträger
Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an die beiden US-Forscher Carolyn Bertozzi und Barry Sharpless sowie den Dänen Morten Meldal für die Entwicklung der bioorthogonalen Chemie und der Click-Chemie.
Die diesjährige Nobelpreis-Saison startete am Montag mit der Bekanntgabe der Preisträger für Medizin. Am Dienstag folgten die Preisträger im Bereich Physik, darunter auch der in München forschende ungarisch-österreichische Physiker Ferenc Krausz. Am Donnerstag folgt der Nobelpreis für Literatur, am Freitag der Friedensnobelpreis und am Montag die Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaften.
Erst fünf weibliche Physik-Nobelpreisträgerinnen
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