Ausland

Maßnahmen wie bei Corona: China bekämpft Mücken-Virus mit Drohnen und Geldstrafen

In Südchina breitet sich das Chikungunya-Virus rasant aus. Tausende Menschen sind infiziert – nun greift der Staat zu drastischen Maßnahmen: mit Drohnen, Insektiziden und Geldstrafen.

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Eine tote Asiatische Tigermücke

Eine tote Asiatische Tigermücke

© Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa

Im südchinesischen Foshan kämpft China mit drastischen Mitteln gegen den Ausbruch des Chikungunya-Virus. Knapp 8000 Menschen seien nach Behördenangaben bereits infiziert – ein beispielloser Wert für die Volksrepublik. Um die Ausbreitung einzudämmen, setzen die Behörden auf Insektizide, flächendeckende Kontrollen, den Einsatz von Drohnen und hohe Geldstrafen.

Der von der Tigermücke übertragene Erreger verursacht Fieber, Gelenkschmerzen und weitere grippeähnliche Symptome. Die chinesischen Gesundheitsbehörden sehen vor allem stehendes Wasser als Brutstätte für die Überträger. Um diese zu identifizieren, fliegen Drohnen über städtische Gebiete, Baustellen und Wohnviertel. Parallel dazu sprühen Einsatzkräfte großflächig Insektizide – teils noch vor dem Betreten von Bürogebäuden.

Besonders scharf reagieren die Behörden bei mangelnder Eigenvorsorge: Wer Wasser in Blumentöpfen, Eimern oder anderen Gefäßen im Freien stehen lässt, muss mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Yuan (rund 1.400 US-Dollar) rechnen – in Einzelfällen droht sogar die Abschaltung der Stromversorgung.

Wie konnte sich das Virus so schnell ausbreiten?

Nach Angaben des Oxford-Wissenschaftlers Cesar Lopez-Camacho ist es der erste größere Ausbruch von Chikungunya in Festland-China. „Das Virus konnte sich so schnell ausbreiten, weil in der Bevölkerung kaum Immunität vorhanden ist“, erklärte er gegenüber Politico. Die Zahl der Neuinfektionen nehme zwar langsam ab, doch offizielle Stellen zeigen sich alarmiert.

Schwere Regenfälle und hohe Temperaturen haben das Infektionsrisiko in der Region weiter verschärft. Als zusätzliche Maßnahmen berichten Medien über den Einsatz von Fischarten, die Mückenlarven fressen, sowie Versuche mit größeren Mücken zur Eindämmung der infizierten Population.

Die US-Regierung hat mittlerweile eine Reisewarnung für die südchinesische Provinz Guangdong herausgegeben. Auch Bolivien und mehrere Inselstaaten im Indischen Ozean sind betroffen. Auch in Frankreich und Deutschland wurden bereits Dutzende Fälle registriert. Dabei handelt es sich meistens um Reiserückkehrer, die sich in Mauritius, La Réunion und Sri Lanka aufgehalten hatten.

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