China

Bericht: China plant nukleares Frachtschiff, das jahrelang ohne Tankstopp fahren soll

In China soll ein nuklear betriebenes Frachtschiff entwickelt werden, das lange Zeit ohne Tankstopp fahren kann. Was ist bisher bekannt?

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Ein Frachtschiff im chinesischen Hafen von Qingdao

Ein Frachtschiff im chinesischen Hafen von Qingdao

© Li Ziheng/XinHua/dpa

China ist offenbar dabei, ein nuklear angetriebenes Frachtschiff zu entwickeln, das bis zu 14.000 Standardcontainer transportieren können soll. Einem Bericht der South China Morning Post (SCMP) zufolge ist demnach vorgesehen, das Schiff mit einem Thorium-basierten Flüssigsalzreaktor auszustatten, der eine thermische Leistung von 200 Megawatt haben soll.

Das Konzept des Schiffes wurde erstmals 2023 vorgestellt, es waren aber nur wenige technische Details bekannt. Ein leitender Ingenieur der Jiangnan Shipbuilding Group, Hu Keyi, erklärte dem Bericht zufolge gegenüber der chinesischen Fachzeitschrift Ship & Boat im Oktober, dass die vom Reaktor erzeugten 200 Megawatt Wärme nicht direkt zum Antrieb des Schiffes genutzt werden sollen.

Hürden bei Entwicklung des Schiffs

Stattdessen sei vorgesehen, dass die Wärme einen Generator mit überkritischem Kohlendioxid (sCO2) antreibt, der nach dem Brayton-Kreisprozess arbeitet. Dabei handelt es sich um ein thermodynamisches Verfahren, das Wärme effektiver in Strom umwandelt als herkömmliche Dampfturbinen. So soll genug Leistung erzeugt werden, um das Schiff jahrelang ohne Tankstopp fahren zu lassen. Zudem sei ein Dieselgenerator für Notfälle geplant.

Hu zufolge sei der Reaktor sicher, unter anderem weil er zusätzlich zu den vorgesehenen Sicherungsmechanismen als versiegelte, modulare Einheit verbaut werden soll, die nach 10 Jahren nicht nachgetankt, sondern ausgetauscht wird. Dies verringere das Risiko von Lecks. Der Reaktor arbeite außerdem unter Atmosphärendruck, wodurch das Risiko eines explosionsartigen Druckaufbaus entfalle.

China verfolgt laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua über bedeutende Thorium-Vorkommen. Dennoch verbleiben große Hürden bei der Entwicklung des Schiffs. „Es wird erwartet, dass die Investitionskosten für ein nuklear betriebenes Handelsschiff deutlich höher sein werden als die für ein konventionelles Schiff“, so Hu. Neben Baukosten sei unter anderem mit laufenden Kosten für Reaktorwartung oder Entsorgung von Brennelementen zu rechnen.

„Private Unternehmen allein können ein so enormes Bau- und Betriebsrisiko nicht tragen“, sagte er weiter. Möglicherweise seien also staatliche Unterstützungen oder Garantien für eine kommerzielle Entwicklung notwendig, hieß es.

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