China-Porzellan staubt

Tate sperrt Ai-Weiwei-Werk

AFP BLZ
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Ein in der Londoner Kunsthalle Tate Modern ausgestelltes Werk des chinesischen Konzeptkünstlers Ai Weiwei ist wegen eventueller gesundheitsgefährdender Wirkung nach nur drei Ausstellungstagen seines besonderen Reizes beraubt worden: Ein tausend Quadratmeter großer Teppich aus etwa 150 Tonnen Porzellan-Sonnenblumenkernen dürfe ab sofort nicht mehr betreten werden, erklärte eine Museumssprecherin am Freitag. "Obwohl Porzellan sehr robust ist, hat sich mehr Staub entwickelt, als zu erwarten war." Da das Einatmen des Staubs gesundheitsschädlich sein könne, dürften Besucher Ais Werk ab sofort nur noch anschauen und nicht mehr darauf herumlaufen.Bei der Vorstellung der Installation hatte Ai erklärt, er wolle damit ein politisches Zeichen setzen und junge Chinesen ermutigen, sich öffentlich zu äußern. Mit den Sonnenblumenkernen, die von rund 1600 Handwerkern in der für ihre Porzellanproduktion berühmten südchinesischen Stadt Jingdezhen hergestellt und bemalt wurden, spielt er auf Bilder aus der Zeit der chinesischen Kulturrevolution an, die Revolutionsführer Mao Tse-tung im Sonnenlicht und umringt vom Volk und Sonnenblumen zeigen. Der 53-Jährige (in Berlin sind seine Werke derzeit in der Galerie Ochs in der Sophienstraße in Mitte zu sehen) wird wegen seiner kritischen Haltung in China häufig zensiert. (BLZ/AFP)

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