Taiwan-Konflikt

China stationiert offenbar neue Patriot-ähnliche Luftabwehrraketen gegenüber Taiwan

Die chinesische Armee rüstet ihre Truppen gegenüber von Taiwan offenbar mit einem neuen Luftabwehrsystem aus. Parallel baut Taiwan sein Arsenal an Anti-Schiffs-Raketen massiv aus.

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Die chinesische Armee bei einer Militärübung in Fujian, gegenüber von Taiwan

Die chinesische Armee bei einer Militärübung in Fujian, gegenüber von Taiwan

© CFOTO/imago

Das chinesische Militär hat seine an der Taiwanstraße stationierten Verbände mit einer neuen Boden-Luft-Rakete ausgestattet. Das berichtete der Staatssender CCTV nach Angaben der Hongkonger Zeitung South China Morning Post am Freitag. Bei dem System handle es sich vermutlich um den Typ HQ-16F, dessen Eigenschaften mit den US-Patriot-Systemen PAC-2 und PAC-3 vergleichbar seien.

Die 73. Gruppenarmee, die in der südostchinesischen Küstenprovinz Fujian gegenüber Taiwan stationiert ist, sei für die Übernahme und einen ersten Scharfschießversuch des neuen Systems Tausende Kilometer in die Wüste Gobi im Nordwesten des Landes verlegt worden, berichtete die South China Morning Post weiter. Bei dem Test sei ein anfliegendes Ziel in 50 Kilometern Entfernung getroffen worden. Die Einheit gehört zum Östlichen Theaterkommando der Volksbefreiungsarmee.

Nach Angaben des Fachmagazins Military Watch Magazine verfügt das neue System über eine Reichweite von 160 Kilometern. Die Vorgängervarianten HQ-16A bis HQ-16C hätten Reichweiten zwischen 40 und 70 Kilometern gehabt. Entwickelt wurde die Rakete demnach von der Shanghai Academy of Spaceflight Technology. Die Stationierung in Fujian dürfte laut dem Magazin auf die besondere Bedeutung der Region zurückzuführen sein.

Taiwan baut Anti-Schiffs-Arsenal aus

Peking betrachtet Taiwan als Teil seines Staatsgebiets und schließt eine gewaltsame Eingliederung nicht aus. Ein Sprecher des chinesischen Büros für Taiwan-Angelegenheiten erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zuletzt im Mai, die „nationale Wiedervereinigung“ sei ein „unaufhaltsamer Trend“. Taiwan weist die Ansprüche zurück.

Die Insel plant ihrerseits einen deutlichen Ausbau seines Bestands an Anti-Schiffs-Raketen. Bis Anfang 2029 solle die Zahl auf mehr als 1.800 Stück steigen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag unter Berufung auf eigene Berechnungen, Daten zum Waffenhandel und Gespräche mit taiwanischen Regierungsvertretern. Das Rückgrat bildeten aus den USA gelieferte Harpoon-Raketen sowie im Inland produzierte Hsiung-Feng-Raketen.

Zwei ranghohe taiwanische Regierungsvertreter erklärten laut Reuters, bislang seien 450 Harpoon-Raketen des Herstellers Boeing geliefert worden. Weitere 400 sollten bis Ende März 2029 aus einem im Jahr 2020 unter der ersten Trump-Regierung genehmigten Vertrag über 2,4 Milliarden Dollar folgen.

Ou Sifu vom Institut für Nationale Verteidigung und Sicherheitsforschung in Taipeh sprach laut Reuters mit Blick auf den Ausbau des Raketenarsenals von einer möglichen „Tötungszone“ in der Taiwanstraße, mit der eine chinesische Landung verhindert werden solle. „Unser Ziel ist es, sie an der Landung und der Erfüllung ihrer Mission zu hindern, nicht jedes Schiff der Volksbefreiungsarmee zu zerstören“, sagte Ou.

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