Automobilindustrie

China, USA und jetzt auch Ungarn: Mercedes-Werke in Deutschland verlieren an drei Fronten

Mercedes setzt auf die USA und macht das Werk in Ungarn zum größten in Europa. Warum deutsche Beschäftigte dafür nicht den Preis zahlen sollten. Ein Kommentar.

5 Min
Mercedes senkt die Prognose und verschärft den Sparkurs. Doch die Beschäftigten sind nicht das Kernproblem.

Mercedes senkt die Prognose und verschärft den Sparkurs. Doch die Beschäftigten sind nicht das Kernproblem.

© Jürgen Heinrich/imago

Die nächste Warnung aus der deutschen Autoindustrie ist da. Nach Volkswagen und Audi senkt auch Mercedes seine Erwartungen. Der Umsatz schrumpfte im ersten Halbjahr um vier Prozent, der Gewinn der Pkw-Sparte brach sogar um 66 Prozent ein. Besonders dramatisch ist die Lage in China: Dort lieferte Mercedes 28 Prozent weniger Fahrzeuge aus als im Vorjahreszeitraum.

Die Reaktion folgt einem bekannten Muster: Die Kosten müssen runter. In Deutschland wird gespart, während Mercedes seine Kapazitäten im ungarischen Kecskemét verdoppelt. Dort kostet eine Arbeitsstunde in der Industrie durchschnittlich 15,60 Euro, in Deutschland sind es laut Eurostat 49,50 Euro. Diese Differenz ist gewaltig und dürfte weitere Produktion in günstigere Länder treiben. Doch eine zweite Standortentscheidung von Mercedes zeigt, warum die Beschäftigten nicht das Kernproblem sind.

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