Der chinesische Präsident Xi Jinping hat die Europäische Union am Freitag aufgefordert, sich mit Peking zu verbünden und sich gemeinsam gegen „einseitige Schikanen“ der USA zu wehren. Die Äußerungen wurden während eines Treffens in der chinesischen Hauptstadt zwischen Xi und dem spanischen Premierminister Pedro Sánchez gemacht. Xi bezog sich dabei auf Donald Trumps Entscheidung, die US-Zölle auf Einfuhren aus China auf 145 Prozent zu erhöhen. Darüber hinaus kündigte China am Freitagmorgen an, dass es seine Zölle auf US-Importe auf 125 Prozent erhöht.
China und die EU seien entschiedene Befürworter der wirtschaftlichen Globalisierung und des Freihandels, sagte der Präsident der Volksrepublik. Es gebe keinen Gewinner in einem Zollkrieg, fügte er hinzu.
Trump hatte am 2. April einen Mindestzollsatz von zehn Prozent für alle Handelspartner verkündet. Für rund 60 Länder verhängte er teils noch deutlich höhere Aufschläge. Für die EU waren Zölle von 20 Prozent vorgesehen. Wenige Stunden nach Inkrafttreten dieser höheren Zölle am Mittwoch dieser Woche ruderte der US-Präsident jedoch zurück. Er verkündete eine „Pause“ der Zollerhöhungen für 90 Tage, die mit Veröffentlichung seines Dekrets am Donnerstag in Kraft trat.
Trumps Zollstreit mit China: Worum geht es?
Für China gilt Trumps Kehrtwende bei den Zöllen explizit nicht. Im Gegenteil: Für das Land erhöhte Trump den Zollsatz auf insgesamt 145 Prozent, wie das Weiße Haus nun klarstellte. Trump hatte zuvor von 125 Prozent gesprochen. Dazu addiert sich aber ein Aufschlag von 20 Prozent vom März, den die US-Regierung mit dem Schmerzmittel Fentanyl aus China begründet, das in den USA als Droge verkauft wird. Seine harte Linie gegen Peking begründet Trump mit den Gegenzöllen, die China verhängt hat.
Mit der Ankündigung vom vergangenen Mittwoch schaffte Trump zudem für Lieferungen aus China die Zollbefreiung für kleinere Pakete mit einem Warenwert unter 800 Dollar ab. Von dieser Regelung profitieren vor allem die Onlineplattformen Shein und Temu. Den darauf fällig werdenden Zollsatz erhöhte der US-Präsident im Folgenden auf 90 Prozent. (mit AFP)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de