Aserbaidschan

Taliban nehmen an Weltklimakonferenz teil

Erstmals seit ihrer Machtübernahme in Afghanistan nehmen Vertreter der Taliban-Regierung nach eigenen Angaben an der Uno-Klimakonferenz COP29 in Baku teil.

Katerina Alexandridi Katerina Alexandridi/AFP
2 Min
09.11.2024, Aserbaidschan, Baku: Menschen betreten den Veranstaltungsort vor dem UN-Klimagipfel COP29.

09.11.2024, Aserbaidschan, Baku: Menschen betreten den Veranstaltungsort vor dem UN-Klimagipfel COP29.

© Peter Dejong/dpa

Die Taliban-Regierung in Kabul nimmt nach eigenen Angaben erstmals seit ihrer Machtübernahme in Afghanistan vor gut drei Jahren an der UN-Klimakonferenz (COP29) teil. Eine afghanische Delegation werde zu der am Montag beginnenden Weltklimakonferenz in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku reisen, teilten Regierungsvertreter der AFP und Reuters am Samstag mit.

Zunächst lehnte die aserbaidschanische Präsidentschaft eine Stellungnahme ab. Eine von Reuters zitierte diplomatische Quelle gab jedoch an, dass Aserbaidschan die afghanischen Umweltbehörden als Beobachter zur COP29 eingeladen habe, um ihnen die Möglichkeit zu geben, „möglicherweise an Randgesprächen teilzunehmen und möglicherweise bilaterale Treffen abzuhalten“.

Afghanistan beansprucht Entschädigung für klimabedingte Schäden

Die Taliban-Regierung, die im Sommer 2021 die Macht in Afghanistan übernommen hatte, wird von keinem Staat anerkannt. Bei den UN-Klimakonferenzen im ägyptischen Scharm el-Scheich 2022 und in Dubai 2023 hatte Afghanistan sich vergeblich um eine Teilnahme bemüht. Die Nationale Umweltschutzbehörde des Landes (Nepa) hat immer wieder davor gewarnt, den Kampf gegen Klimawandel und Umweltzerstörung zu politisieren, und das Ausland dazu aufgerufen, ausgesetzte Umweltprojekte in Afghanistan fortzusetzen. Das nach vielen Kriegsjahren verarmte Land am Hindukusch zählt zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern der Erde.

Aserbaidschan, das Gastgeberland der zweiwöchigen Weltklimakonferenz, hatte im Februar seine Botschaft in Kabul wieder geöffnet. Eine offizielle Anerkennung der Taliban-Regierung ging damit allerdings nicht einher.

Wie fast alle anderen Staaten der Erde ist auch Afghanistan dem Pariser Klimaabkommen beigetreten. Da das Land kaum Treibhausgase verursacht, aber stark unter den Folgen der Erderwärmung leidet, beansprucht Nepa-Chef Mawlawi Matiul Hak Chalis für sein Land, von reicheren Staaten für klimabedingte Schäden entschädigt zu werden.

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