Debatte

Buchkritik: Parallelgesellschaft der Entgeisterten

Ein Essayband befasst sich mit dem Vertrauensverlust in Politik und Medien im Zuge der Corona-Krise. Die Kritik von unserem Kolumnisten.

Michael Andrick
Michael Andrick
7 Min
Polizeikette bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen am Brandenburger Tor, August 2020

Polizeikette bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen am Brandenburger Tor, August 2020

© Eric Richard

„Die Parallelgesellschaft hatten nicht wir gesucht. Sie wurde über uns verhängt.“ In seiner Essaysammlung „The Great WeSet – Alternativen in Medien und Recht“ stellt sich Walter van Rossum mit solchen Sätzen als Teil einer großen Gruppe Deutscher vor, die entgeistert neben der Gesellschaft stehen, mit der sie sich einmal mehr oder minder freudig identifizieren konnten – an deren Zivilität und, sagen wir, an deren respektable Realitätsorientierung in wesentlichen Feldern wie Wissenschaft, Justiz und Regierung sie aus langer Gewohnheit glaubten.

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