Gesundheit

Nachfrage bei Corona-Medikamenten rückläufig: Umsatz von Pfizer und Moderna droht abzustürzen

Staaten haben große Lagerbestände an Covid-Arznei. Auch Deutschland muss Impfdosen vernichten, weil das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist.

Christian Schwager Team News Christian Schwager/dpa
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Impfdose des Herstellers Pfizer

Impfdose des Herstellers Pfizer

© Christophe Gateau/dpa

Die Corona-Pandemie ist beendet, Medikamente gegen Covid-19 werden weniger nachgefragt. Das schlägt sich deutlich im Geschäft des amerikanischen Pharma-Konzerns Pfizer nieder. Der Branchenriese hat die Prognose für den Umsatz im laufenden Jahr auf 58 bis 61 Milliarden US-Dollar abgesenkt. Zuvor wurden Erlöse von 67 bis 70 Milliarden Dollar erwartet. Der Rückgang gehe allein auf Corona-Arzneien zurück, hieß es.

Pfizer verbuchte auch eine Abschreibung von 5,5 Milliarden Dollar auf Lagerbestände im Zusammenhang mit der niedriger als erwartet ausfallenden Nachfrage. Allein für das Covid-Medikament Paxlovid senkte der Konzern die Umsatzerwartung um sieben Milliarden Dollar. Bei seinem Corona-Impfstoff Comirnaty rechnet Pfizer nun mit zwei Milliarden Dollar weniger Umsatz.

Pfizer hatte mal einen Gewinn von 31,4 Milliarden Dollar

Anleger ließen die Pfizer-Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise um rund vier Prozent fallen. Für das Papier des Konkurrenten Moderna ging es in einer ähnlichen Größenordnung abwärts.

Pfizer verzeichnete im vergangenen Jahr noch einen Umsatz von 100,3 Milliarden Dollar (rund 92 Milliarden Euro), wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Das war ein Zuwachs um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und der höchste Umsatz der Unternehmensgeschichte. Der Gewinn legte gar um 43 Prozent auf 31,4 Milliarden Dollar zu.

 Deutschland musste bis Dezember 2022 55 Millionen Impfdosen vernichten 

Für das kommende Jahr könnte Pfizer aber wieder mit steigenden Verkäufen seiner Corona-Produkte rechnen. Die Delle 2023 begründet der Konzern damit, dass die Staaten derzeit eine große Menge der Produkte gelagert hätten. Auch Deutschland hat nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums große Lagerbestände. So war allein im ersten Quartal dieses Jahres bei 29 Millionen Dosen Impfstoff das Haltbarkeitsdatum abgelaufen. 

Etwa 18 Millionen Dosen des Präparats Comirnaty von Biontech/Pfizer waren den Angaben zufolge während dieses Zeitraums „verfallen und wurden der fachgerechten Entsorgung zugeführt“. Das galt zudem für fünf Millionen Dosen von Spikevax des Herstellers Moderna sowie sechs Millionen Dosen Nuvaxovid von Novavax. „Mit Ausnahme von 8,4 Millionen in dieser Legislatur bilateral beschafften Impfdosen war die Beschaffung der Impfstoffdosen in den EU-Verträgen angelegt, die 2020 im Rahmen der Impfstoffstrategie abgeschlossen wurden“, teilte das Ministerium schriftlich mit. Von eben jenen 8,4 Millionen Impfstoffdosen, die Deutschland direkt bezog, sind demnach 3,9 Millionen in den Beständen des Bundes verfallen.

Seit Beginn der Corona-Schutzimpfungen im Dezember 2020 mussten 54 Millionen Impfdosen bis zum Dezember 2022 entsorgt werden. Bis Anfang April dieses Jahres wurden dagegen laut Gesundheitsministerium 192,2 Millionen Dosen verabreicht. 63,6 Millionen Menschen sind mindestens zweimal geimpft. Die sogenannte Grundimmunisierung haben durchschnittlich 76,4 Prozent, eine Auffrischung haben 62,2 Prozent erhalten. 22,1 Prozent sind nicht geimpft. Berlin liegt mit 78,1 Prozent grundimmunisierter Personen knapp über dem Bundesdurchschnitt.

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