Bei einer Großrazzia in Costa Rica haben Ermittler nach eigenen Angaben den bewaffneten Arm einer Drogenbande zerschlagen und sieben mutmaßliche Mitglieder festgenommen.
Beamte von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft durchsuchten am Freitag insgesamt acht Objekte, sieben davon in Guácimo in der Karibikprovinz Limón sowie eines in Santa Cruz. Das berichteten die costa-ricanischen Medien La Nación und Teletica.
Nachfolger eines getöteten Anführers im Visier
Der Zugriff richtete sich gegen die Nachfolgestruktur der Bande des im Juli getöteten Anführers „Coco Guácimo“. Er war am 24. Juli bei einem Polizeieinsatz im Ort San Bernardino de Horquetas in der Provinz Heredia erschossen worden.
Bei demselben Einsatz nahmen die Ermittler nach eigenen Angaben den mutmaßlichen Chef der übergeordneten Organisation fest, einen Mann mit dem Spitznamen „Diablo“ (Teufel). Generalstaatsanwalt Carlo Díaz bezeichnete „Coco Guácimo“ als dessen Statthalter für den Drogenhandel in der Region.
Mutmaßliche Nummer zwei festgenommen
Als wichtigsten Festgenommenen nannte Díaz nach Angaben von Teletica einen jungen Mann mit dem Spitznamen „Cara de Malo“. Er gelte als „Nummer zwei“ der Organisation und habe nach dem Tod des Anführers möglicherweise deren Führung übernommen.
Weiter nahmen die Beamten demnach sechs mutmaßliche Auftragskiller im Alter zwischen 23 und 37 Jahren fest.
Zahlungen für Auftragsmorde
Der stellvertretende Staatsanwalt von Pococí, José Mena, sagte, die Mitglieder der Gruppe hätten klar verteilte Rollen gehabt. Für einzelne Auftragsmorde seien Zahlungen von bis zu zwei Millionen Colones – umgerechnet rund 3400 Euro – nachgewiesen worden. Insgesamt gehe es um „sehr beträchtliche Summen“.
Die Staatsanwaltschaft rechnet der Struktur mindestens sieben vollendete Tötungsdelikte, mehrere versuchte Tötungen sowie Überfälle und weitere Delikte zu.
Die Ermittler bringen die Organisation laut La Nación außerdem mit Schutzgelderpressungen gegen Händler in Guácimo in Verbindung.
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