Der historische zweite Wahlgang bei der Kanzlerwahl von Friedrich Merz (CDU) am Dienstag sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. In der ZDF-Sendung Markus Lanz am Mittwochabend diskutierten die Co-Vorsitzende der Grünen, Franziska Brantner und der CSU-Generalsekretär Martin Huber miteinander.
Sie selbst habe nicht damit gerechnet, dass Merz im zweiten Wahlgang scheitere, so Huber. Schadenfreude über den verlorenen ersten Wahlgang habe sie nicht empfunden. „Wir haben ja - zum zweiten Mal, seit wir in der Opposition sind – Friedrich Merz gerettet, indem wir einen zweiten Wahlgang überhaupt erst möglich gemacht haben“, so Brantner.
Brantner zu Huber: „Gestern granatig gescheitert“
Anschließend ging Brantner zum Angriff auf Huber über. „Sie haben uns über Wochen, Monate verteufelt, haben gesagt, wir sind die Allerschlechtesten, die Allerschlimmsten.“ Der CSU-Generalsekretär hatte die Grünen immer wieder kritisiert. „Die Grünen sind die Partei, die am meisten für die schlechte Stimmung im Land verantwortlich ist“, sagte er angesprochen auf eine mögliche schwarz-grüne Koalition im vergangenen Jahr. Am politischen Aschermittwoch bezeichnete Huber die Grünen als „Auslaufmodell“ und als Spitzenreiter in Sachen Doppelmoral und Realitätsverweigerung.
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Huber entgegnete nur, Zuspitzung gehöre zum Aschermittwoch – „da braucht man nicht so empfindlich zu sein.“ Er unterstelle den Grünen keine falschen Absichten, nur einen falschen Kurs. Brantner klang anschließend etwas versöhnlicher: „Vielleicht ist es doch sinnvoll, dass Demokraten miteinander arbeiten – und in einem Ton, dass nicht nur die Populisten profitieren. Gestern granatig gescheitert und dann schon wieder dicke Backen, breite Beine.“
Bei der Amtsübergabe des ehemaligen Wirtschaftsministers Robert Habeck (Grüne) an seine Nachfolgerin Katharina Reiche hatte die CDU-Politikerin Habeck durchaus gelobt. Dazu sagte Martin Huber bei Lanz: „Katharina Reiche ist ohne Zweifel vom Fach. In der Bewertung, die sie da abgegeben hat, kann man unterschiedlicher Meinung sein. Und ich habe ehrlicherweise auch den Eindruck, dass die Menschen in dem Land die Bewertung auch nicht so ganz teilen.“
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