Die Fans von Darmstadt 98 hielten ihre Schals in die Höhe und besangen trotzig ihren geliebten Verein, während Trainer Torsten Lieberknecht und seine Spieler gegen die Leere ankämpften - die Lilien sind nach nur einer Saison wieder aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen. Es ist das vierte Mal in der Vereinsgeschichte.
Durch das 0:1 (0:0) im Aufsteigerduell mit dem 1. FC Heidenheim hat Darmstadt nach dem 31. Spieltag nicht mehr aufholbare elf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Der FSV Mainz 05 auf dem 16. Rang mit 28 Punkten ist für die Hessen bis zum Saisonende bei elf Punkten Differenz nicht mehr erreichbar. „Es ist ziemlich leer in einem drin“, sagte Fabien Nürnberger, der sich voller Frust das Trikot zerriss, bei DAZN: „Wir hatten ein paar Spiele in dieser Saison, die wir auf unsere Seite hätten ziehen können. Es tut erst mal weh.“
Lieberknecht reagierte enttäuscht, aber ohne großen Frust. „Das Verarbeiten wird dauern, aber Fakt ist: Wir wussten, dass dieser Tag kommt“, sagte Lieberknecht bei DAZN. „Wichtig ist, dass man Haltung bewahrt und den Kopf oben lässt. Wir brauchen jetzt nicht schämend durch Darmstadt zu gehen.“
Darmstadt beendete Negativlauf – doch letztlich reichte es nicht
Der Abstieg des SV Darmstadt 98 hatte sich in den vergangenen Wochen und Monaten angedeutet. Trainer Torsten Lieberknecht wurde vor zwei Wochen beim 0:1 gegen den SC Freiburg zum alleinigen Trainer-Rekordhalter, was sieglose Spiele in Serie in der Bundesliga angeht. Nach 22 Partien beendeten seine Mannschaft und er zwar den Negativlauf in der Vorwoche mit einem Sieg gegen Köln. Den Absturz in die 2. Bundesliga konnten die Darmstädter trotz des Erfolgs nicht verhindern.
Der Club stieg bereits 1979, 1982 und 2017 aus der höchsten deutschen Spielklasse ab. Anders als Mitaufsteiger Heidenheim, der unter anderem mit einem Sieg gegen Rekordmeister FC Bayern verblüffte, konnte Darmstadt über die komplette Saison nicht mit der Konkurrenz mithalten. Schon vor einigen Wochen schrieb Lieberknecht den Klassenerhalt quasi ab und tat diesen als „großes Wunder“ ab. Das Tor für Heidenheim fiel in der Nachspielzeit durch Nikola Dovedan (90.+1).
Die verbleibenden Partien werden für Darmstadt zu einer Abschiedstour, bei der maximal Schadensbegrenzung möglich ist. Am 4. Mai wartet ein Spiel beim VfL Wolfsburg auf die Lilien. Danach stehen noch die Spiele gegen die TSG 1899 Hoffenheim sowie zum Abschluss bei Borussia Dortmund auf dem Programm.
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