BERLIN. Einen Tag nach den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit haben die Anhänger, Spieler und Verantwortlichen des zweitligaerfahrenen Westklubs Alemannia Aachen einen wunderbaren Abend in unserer wunderbaren Hauptstadt erlebt. Einen unerhofften Punktgewinn feierten sie im mit knapp 35 000 Zuschauern mal wieder erstaunlich gut gefüllten Olympiastadion wie einen Sieg. Der Trainer Peter Hyballa, ein sehr leidenschaftlicher Vertreter seines Berufsstandes, sagte: "Mit ein bisschen Glück können wir hier sogar gewinnen. Es macht Spaß, dieser Mannschaft zuzuschauen." Womit er Recht hat, wenn man sich auf seine Mannschaft konzentriert. Denn für den bundesligaerfahrenen Ostklub beziehungsweise selbst ernannten Hauptstadtklub Hertha BSC wiederum war dieser Montagabend kein guter Abend. Die ersten Pfiffe dieser Saison gab es nach dem 0:0 gegen die Mannschaft von Trainer Markus Babbel, der folgenden Beitrag zur Spielanalyse lieferte: "Wir haben heute kein gutes Spiel gezeigt. Ich habe relativ schnell gemerkt, dass die Mannschaft vom Kopf her nicht richtig da war. Von uns kam heute einfach zu wenig."Niemeyers BusenwischerMan muss diesen 90 Minuten so nüchtern begegnen, denn viel zu viel Zweite Liga steckte in diesem Spiel, viel zu viel Wollen, aber nicht Können. Wenn die Füße halt nicht umsetzen, was der Kopf vorgibt. Bezeichnend dafür war die schreckliche Schlusssequenz, als Aachens Timo Achenbach der höchste Schuss des Abends glückte (81.), sein Kollege Marco Höger den gröbsten Stockfehler der bisherigen Spielzeit fabrizierte (82.), Berlins Raffael den Ball mit dem Stollenschuh malträtierte (83.) und schließlich Waleri Domowtschiski den langsamsten Torschuss in der kuriositätenreichen Geschichte der Zweiten Liga vom linken Füßchen ließ (84.). Ein Glück, dass die beste Frau auf dem Platz, Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, wenige Minuten später dem trägen Treiben mit einem beherzten Schlusspfiff ein pünktliches Ende bereitete.Zwei Aufreger sind dann doch noch zu vermelden. Da war der Busenwischer von Herthas Mittelfeldspieler Peter Niemeyer, der mit einem Schulterklopfer etwas Nähe zu Bibiana Steinhaus aufbauen wollte, aber versehentlich danebengriff. Steinhaus erklärte: "Wir sind aneinander vorbeigelaufen und haben uns dabei berührt. Das war weder für ihn noch für mich eine außergewöhnliche Situation. Ich denke, da kann man es mit einem Augenzwinkern belassen." Niemeyer sagte: "Man muss die Zuschauer auch ein wenig unterhalten." Und da war die vorzügliche Journalistensoljanka zur Halbzeit. Nicht zu fett, nicht zu scharf, schön viel Gemüse, mit einem Löffel Crème fraîche drauf. Wunderbar!------------------------------Foto: Beste Frau auf dem Platz: Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus.
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