Das Hundeauslaufgebiet im Grunewald soll verkleinert werden

Baden nur noch für Zweibeiner

Claudia Fuchs
3 Min

ZEHLENDORF/WILMERSDORF. Berlins größtes Hundeauslaufgebiet soll erheblich verkleinert werden. Das wollen die Senatsverwaltung für Umweltschutz und die Berliner Forsten. Das Gebiet, das derzeit fast den ganzen Grunewald östlich der Avus umfasst, soll demnach auf einen 600 Meter breiten Streifen neben der A 115 verkleinert werden. Nicht mehr im Gebiet enthalten sind dann der Grunewaldsee, die Krumme Lanke und der Schlachtensee. Dort gilt dann ein Badeverbot für Hunde. "Es gab in der Vergangenheit immer Konflikte zwischen Hundehaltern und Erholung Suchenden", sagt Marc Franusch, Sprecher der Berliner Forsten. Auch zwischen Joggern und Hundehaltern habe es wiederholt Auseinandersetzungen gegeben. Deshalb sei vorgeschlagen worden, das Auslaufgebiet um rund zwei Drittel zu verkleinern. "Entschieden ist aber noch nichts", so Franusch. Dazu brauche man die Zustimmung der Bezirke. Sagen sie Ja, sollen im kommenden Jahr die neuen Grenzen gezogen werden. Der Baustadtrat von Steglitz-Zehlendorf, Uwe Stäglin (SPD), lobt den Vorschlag. "Dieser Entwurf versucht, die unterschiedlichen Nutzungsansprüche der Grunewald-Besucher zu vereinen", sagt er. Ein Badeverbot für Hunde sei auch im Sinne des Bezirks. "Diesen Wunsch hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben." Viele Hundehalter sind jedoch empört über das Vorhaben. "Ich sehe überhaupt nicht ein, dass ich dem Land 120 Euro Hundesteuer pro Jahr zahle, und dann das Hundeauslaufgebiet verkleinert wird", sagt die Charlottenburgerin Rosi Müller, die mit ihrem Hund regelmäßig in den Grunewald fährt. Das Areal, dass als Hundeauslaufgebiet übrig bleiben soll, werde sehr stark von Reitern genutzt. "Da stoßen wieder verschiedene Interessen aufeinander." Zudem vermisse sie den Beweis, dass es tatsächlich zu Zwischenfällen im Grunewald gekommen ist." "Mehr als eine Rauferei habe ich nicht erlebt." Als Ausgleich für die verkleinerte Fläche wollen die Berliner Forsten ein anderes Auslaufgebiet zwischen den S-Bahnhöfen Wannsee und Griebnitzsee in Düppel erweitern. Dort könnten die Hunde dann auch in den Seen baden. Und natürlich, sagt Franusch, könne man weiterhin mit seinem Hund rund um die Grunewaldseen spazieren. Allerdings müssten die Tiere dann an der Leine geführt werden.Zwei im Osten, 18 im Westen // Berlin hat 20 Hundeauslaufgebiete. Dort dürfen die Tiere ohne Leine laufen - ausgenommen Kampfhunde.Charlottenburg: Tegeler Weg/Westhafenkanal; Volkspark Jungfernheide (ehem. Wildgehege).Friedrichshain: Volkspark Friedrichshain (Virchowstr. ).Neukölln: Volkspark Hasenheide.Pankow: Arkenberge. Reinickendorf: Hermsdorf; Jungfernheide.Spandau: Pichelswerder; Kladow (Fuchsberge); Kladow (Bechsteinweg); Stadtpark Spandau.Wedding: Volkspark Rehberge/am schwarzen Graben; Volkspark Humboldthain; Vinetaplatz.Wilmersdorf: Volkspark Wilmersdorf/Bundesallee.Zehlend. /Wilmersdorf: östl. Avus/Grunewald.Zehlendorf: Nikolskoe; Königsstraße/Pfaueninselchaussee; Kleiner Wannsee; Königsweg.Grafik: BLZ / RITA BÖTTCHER Das Hundeauslaufgebiet soll um zwei Drittel kleiner werden.

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