Datenkauf-Affäre bei privater Krankenkasse

Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe gegen Debeka

Die Datenkauf-Affäre bei Deutschlands größter privater Krankenkasse Debeka hat die Staatsanwaltschaft alarmiert. Mitarbeiter der Versicherungsgruppe sollen jahrelang Beamte bestochen haben, um an die Daten potenzieller Kunden zu kommen.

BLZ
2 Min
Die Hauptverwaltung der Versicherungsgruppe in Koblenz.

Die Hauptverwaltung der Versicherungsgruppe in Koblenz.

© Debeka Lizenz

Die Staatsanwaltschaft Koblenz teilte am Montag mit, sie prüfe die in den vergangenen Tagen laut gewordenen Vorwürfe gegen Mitarbeiter des Unternehmens. Noch sei offen, ob es einen Anfangsverdacht von verfolgbaren Straftaten gebe.

Die Debeka hatte in der vergangenen Woche eingeräumt, dass Mitarbeiter in den 80er und 90er Jahren massenhaft Adressen potenzieller Kunden gekauft haben. Versicherungsvertreter hätten diese auf eigene Rechnung erworben und untereinander verteilt, erklärte Vorstandschef Uwe Laue und bestätigte damit im Kern einen Bericht des „Handelsblatts“ (Freitagausgabe).

Der Zeitung zufolge hatten es die Mitarbeiter auf angehende Beamte abgesehen - die wichtigsten Kunden für die Debeka. Von ihren 2,2 Millionen Krankenversicherten sind 1,87 Millionen Beamte und deren Angehörige. Das Koblenzer Unternehmen hat einen Marktanteil von 25 Prozent in der privaten Krankenversicherung.
Unklar ist bislang, wie genau und in welchem Ausmaß der Ankauf der Daten betrieben und wann er abgestellt wurde. Die Debeka hüllte sich dazu am Montag in Schweigen. (Reuters)

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