Weltwirtschaftsforum (WEF)

US-Banker attackiert Trumps Zölle und Druck auf die Zentralbank

Citadel-CEO Ken Griffin übt scharfe Kritik an der US-Handelspolitik. Der Milliardär warnt vor höherer Inflation. Kann die Finanzwelt Trump stoppen?

Gabriel Pol
2 Min

Kenneth C. Griffin, Hedgefonds-Manager und Chief Executive Officer des Finanzdienstleisters Citadel LLC, eines der größten Hedgefonds der Welt, hat in Davos die Zollpolitik von Präsident Trump scharf kritisiert. Griffins Offensive ist bemerkenswert, da er als Unterstützer der Republikanischen Partei gilt und nach eigenen Angaben bei der Präsidentschaftswahl 2024 für Donald Trump gestimmt hat.

Die USA hätten ihre Beziehungen zu den europäischen Verbündeten „beschädigt“, sagte Griffin laut Reuters. Dies könne er „nicht verstehen oder gutheißen“, so der Multi-Milliardär im Gespräch mit Larry Fink, dem Vorsitzenden von BlackRock und Co-Vorsitzenden des WEF, während der Jahrestagung in Davos. Griffins Aussagen wiegen schwer.

Griffin sieht höhere Inflation durch Zölle

„Wir haben langjährige Handelsbeziehungen durch die Zölle gestört“, erklärte Griffin in Davos. Die USA verzeichneten bereits eine höhere Inflation als Folge der Zollpolitik, fügte er hinzu. Er machte damit deutlich, dass er die wirtschaftlichen Konsequenzen der protektionistischen Maßnahmen sehr kritisch bewertet.

Zusätzlich erneuerte Griffin seine Bedenken gegenüber den Angriffen der Trump-Administration auf die US-Notenbank Federal Reserve. Trump hatte wiederholt deutliche Zinssenkungen gefordert und Fed-Chef Jerome Powell vorgeworfen, die Zinsen zu langsam zu senken. Berichten zufolge drohte das Trump-Team sogar mit einer Anklage gegen Powell.

Deutliche Warnung vor lockerer Geldpolitik

„Die lockere Geldpolitik, zu der Trump die Fed ermutigen will, erhöht das Inflationsrisiko“, sagte Griffin, wie Reuters berichtet. Dies bringe sowohl den Präsidenten als auch seine Partei in eine „prekärere Position“. Der Hedgefonds-Manager warnte damit vor den langfristigen Folgen einer politisch beeinflussten Zentralbankpolitik, die niedrige Leitzinsen und fortlaufende Geldschöpfung zur Tilgung von Staatsschulden sowie für immer neue staatliche Ausgaben und Staatskredite benutzt.

Griffins öffentliche Kritik an einem Präsidenten, den er selbst gewählt hat, unterstreicht die wachsende Unruhe in Teilen der US-Finanzwelt über die Finanzstabilität und die wirtschaftspolitische Ausrichtung der zweiten Trump-Amtszeit.

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