Schriftsteller als Leser

„Eine scheinbar verschwindende Literatur“: Clemens Meyer über Christa Wolf

In der Reihe „Bücher meines Lebens“ schreibt Clemens Meyer über „Kindheitsmuster“ und noch mehr in der DDR entstandene Literatur.

5 Min
Die Schriftstellerin Christa Wolf am 4. November 1989 während der Protestdemonstration am Alexanderplatz in Berlin.

Die Schriftstellerin Christa Wolf am 4. November 1989 während der Protestdemonstration am Alexanderplatz in Berlin.

© Günter Gueffroy/dpa

Eine Bronzebüste Christa Wolfs auf dem Fensterbrett und ein Foto Wolfgang Hilbigs auf dem Schreibtisch treten in Dialog. Sie bestimmen im Arbeitszimmer von Clemens Meyer einige der Koordinaten, zwischen denen sein Denken die Richtung findet. Die Schriftstellerin und der Dichter, 1929 und 1941 geboren, die in einem Staat um Sprache und Form rangen, den es seit mehr als dreißig Jahren nicht mehr gibt, gehören zu den literarischen Leitsternen Clemens Meyers. Und hinter dem Fenster wachsen Bäume auf dem Gelände eines einstigen Großbetriebs für Druckmaschinen, Verfall und Neubeginn stehen ihm vor Augen.

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