Medien sind eigentlich die vierte Gewalt im Staat. Sie sollen die Regierenden kontrollieren, die Wahrheit prüfen und Debatten anregen. Viel zu oft jedoch wird dieses Verständnis der medialen Verantwortung von den Beteiligten nicht gewahrt oder sogar gebrochen. In Zeiten wachsender Krisen werden Medien zunehmend als Propagandawerkzeuge missbraucht, um die eigene Stellung zu konsolidieren und anders denkende Kräfte zu verunglimpfen und zu diskreditieren. Umso dringender ist es geboten, in Erinnerung zu rufen, wie wichtig die Rolle der Medien in demokratischen Gesellschaften ist.
Zu diesem Thema veranstalten der Verein Provinzkultur e.V. und die Initiative „Aufwind“ eine Gesprächsrunde, die unter dem Titel „Presse.Freiheit.Verantwortung“ am Freitag, dem 21. März 2025, um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle „Schöne Aussicht“ in Zella-Mehlis (Thüringen) stattfindet.
Es diskutieren Holger Friedrich, Verleger der Berliner Zeitung, Jochen Fasco, Direktor der Landesmedienanstalt Thüringen, Alexander Teske, Autor des Bestsellers „Inside Tagesschau“ und ehemaliger Mitarbeiter der ARD, Markus Ermert, Journalist und Redaktionsleiter von Freies Wort, Meininger Tageblatt und Südthüringer Zeitung, sowie Albrecht Müller, Autor und Mitherausgeber der Nachdenkseiten. Moderiert wird die Veranstaltung von Julia Pöhlmann und Hendrik Neukirchner, das Grußwort spricht der Schriftsteller Landolf Scherzer.
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Die neu entstehenden „journalistischen Grauzonen“
Die Diskutanten wollen sich austauschen über die Herausforderungen der klassischen und die Chancen der neuen Medien. Denn es gibt in der heutigen Zeit fast keine Möglichkeit mehr, sich dem allgegenwärtigen Informationsfluss zu entziehen, die Welt ist in jeder Hinsicht medial durchtränkt – sei es analog oder digital. Jeder Mensch wird zum Medienkonsumenten und durch die Möglichkeiten, die die neuen Medien bieten, auch selbst zum Informationsproduzenten. Diese rasante Entwicklung geht an niemandem vorüber, nicht an den Konsumenten und auch nicht an den Medienunternehmen, den Journalisten und Redakteuren. Hinzu kommen eine nahezu überall beobachtbare Veränderung der Inhalte sowie eine Aufweichung traditioneller journalistischer Darstellungsformen und Standards, damit einhergehend eine Vermischung von objektiver und subjektiver Berichterstattung.
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Diese neuen „journalistischen Grauzonen“ bieten einerseits Raum für neue Medienkonzepte, werden aber nachweislich auch für propagandistische und interessengeleitete Meinungsbeeinflussung benutzt. Die einstige Bestimmung der „klassischen Medien“ als Vierte Gewalt wird öffentlich in Frage gestellt, der 2004 erstmals kolportierte Begriff „Haltungsjournalismus“ droht die etablierten, journalistisch-ethischen Ansätze abzulösen. Beschleunigt wird dieser Prozess durch technische Neuerungen, wie etwa die Künstliche Intelligenz.
Tickets, Livestream, alle Infos
Vor diesem Hintergrund möchten wir bei der Veranstaltung „Presse. Freiheit. Verantwortung“ mit denjenigen ins Gespräch kommen, die jeden Tag im Medienkosmos arbeiten und die dortigen Entwicklungen mitbestimmen, und mit jenen, die das alles rezipieren, also mit den Lesern und Medienkonsumenten. Tickets gibt es unter provinzkultur.de und in allen bekannten Vorverkaufsstellen. Die Veranstaltung wird parallel auf der Website der Berliner Zeitung gestreamt.
Presse. Freiheit. Verantwortung. Freitag, den 21. März 2025, um 19.30 Uhr, Arena „Schöne Aussicht“ in Zella-Mehlis, Gewerbestraße 3a, 98544 Zella-Mehlis, Livestream auf berliner-zeitung.de, Tickets unter provinzkultur.de.
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