Egon Günther will Regisseur werden, eigene Filme machen. Doch bevor es so weit ist, schreibt er erst einmal Drehbücher. Es sind Stoffe ganz unterschiedlicher Art. Etwa ein Märchen nach Hans Christian Andersen, „Das Kleid“ (1961). Als der Film vorliegt, wird er verboten: zu viele satirische Anspielungen auf die Gegenwart. Dann ein Politspektakel, „Alaskafüchse“ (1964), das die Psyche US-amerikanischer Söldner ausleuchtet. Und ein Krimi über die Verfilzung ehemaliger NS-Täter in die bundesdeutsche Wirtschaft und Politik: „Jetzt und in der Stunde meines Todes“ (1963). Der ist zwar ein bisschen holprig, aber thematisch hochspannend. Immerhin bildet der Eichmann-Prozess den aktuellen Hintergrund, der Holocaust als Folie für einen veritablen Thriller.
Aus der Geschichte der Defa
Egon Günthers „Auge um Auge“: Die Unfähigkeit, sich dem Vergessen anzupassen
Die Biografie des „wahren“ Eichmann-Jägers Simon Wiesenthal diente Egon Günther als Ausgangsmaterial für freies Fabulieren. Doch der Film wurde nie gedreht.
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Der Defa-Regisseur Egon Günther
© Berliner Zeitung/Markus Wächter