Ende Dezember 1954 hat Manfred von Brauchitsch die Nase voll vom Westen. Über Nacht flieht der ehemalige Rennfahrer, Sieger auf dem Nürburgring und in Monaco, in den Osten. Wegen „Vorbereitung zu Hochverrat, Geheimbündelei und Staatsgefährdung“ hatte er im Jahr zuvor acht Monate in Haft verbracht, auf die drohende erneute Inhaftierung kann er verzichten. Der Staatsschutz hat ihn im Visier, weil er sich in Sachen deutsch-deutscher Kooperation zu sehr aus dem Fenster lehnt; sein „Komitee zur Einheit und Freiheit im deutschen Sport“ gilt als Trojanisches Pferd der DDR-Politik. Und seine Autobiografie „Kampf um Meter und Sekunden“ ist im Ostberliner Verlag der Nation erschienen.
Aus der Geschichte der Defa
Schicksal am Lenkrad: Als Manfred von Brauchitsch das Lager wechselte
Unerwünscht in der fortgeschrittenen sozialistischen Realität: Ein Film über den Rennfahrer, der aus dem Westen zu den Eisenacher Motorenwerken kam.
3 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Der Rennfahrer Manfred von Brauchitsch dreht 1951 eine Ehrenrunde auf der Trabrennbahn in Berlin-Karlshorst.
© picture-alliance/akg-images