Das Berliner Kulturprojekt BMW Guggenheim Lab widmet sich vom 15. Juni bis 29. Juli dem Thema Lebensqualität in Großstädten.
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Um das Guggenheim Lab in Berlin gab es viel Aufregung.
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Aus Sorge vor Gewalt hatten die Veranstalter im März ihre Pläne für ein Grundstück in Kreuzberg abgesagt.
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Nach Tauziehen hinter den Kulissen wechselte der Guggenheim-Ableger die Adresse. Nun steht der „reisende Handwerkskasten“ des Tokioter Architekturbüros Bow-Wow im Hinterhof einer alten Brauerei im ruhigeren Prenzlauer Berg.
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Am Freitag zur Eröffnung des BMW Guggenheim Lab wurde wieder von Gegnern des Projekts lautstark protestiert....
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Mit Trillerpfeifen, Sprechchören und Plakaten versuchten einige Anwohner, auf das Gelände am Pfefferberg vorzudringen.
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Die Polizei hindert die Demonstranten am Betreten des Lab-Geländes, sodass sie im Innenhof stehen bleiben müssen. Etwa 50 Beamte waren im Einsatz sein.
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Sechs Wochen lang soll es unter der luftigen Karbonkonstruktion und über Berlin verteilt um Ideen für die Großstadt gehen.
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Die Spanne reicht vom Vortrag eines Stadtforschers („Berlin ist hässlich, und das ist auch gut so“) bis zum selbstgebauten Solarröster für Kaffeebohnen.
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Mehr als 100 kostenlose Veranstaltungen sind geplant.
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Die ersten Neugierigen erkunden den idyllischen Hof.
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Die Guggenheim-Gegner hatten das BMW-Projekt als Teil einer unerwünschten Aufwertung („Gentrifizierung“) von Kreuzberg gesehen.
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Zur gleichen Zeit besuchte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die mobile Forschungshalle – und verteidigte das Projekt. Das BMW Guggenheim Lab passe einschließlich der damit verbundenen Diskussion über die Zukunft der Städte gut zu Berlin, sagte er. Über die Protestierer sagte Wowereit: „Zehn Trillerpfeifen machen viel Lärm, sie machen aber nicht die Mehrheit der Bevölkerung aus.“
Die Berliner Künstlerin und Lab-Organisatorin Corinne Rose sagte hingegen, sie habe Verständnis für die Proteste. „Ich verstehe, was da abläuft. Wir haben die gleichen Ängste vor Verdrängung und steigenden Mieten.“
Initiativen aus Kreuzberg, Mitte und Prenzlauer Berg lehnen das Projekt ab, weil sie durch das Guggenheim-Projekt steigende Mieten, eine Aufwertung des Viertels und eine Verdrängung der Altbewohner fürchten. Rose sagt, man dürfe Aufwertung nicht missverstehen. „Wenn man etwas für die Stadt tut, dann wertet man sie auch auf.“
Das umstrittenste Projekt seit Langem
In einem roten Feuerwehrauto, umgebaut zu einem schicken Werkstattwagen, wird Corinne Rose ab nächster Woche mit Berliner Initiativen durch die Stadt fahren und an sechs Orten eine mehrtägige Haltestelle einrichten. Es sind Grundstücke, über deren Verkauf das Land Berlin und der Bund zurzeit mit Investoren verhandeln. Dazu gehören das Areal um den früheren Blumengroßmarkt an der Lindenstraße in Kreuzberg, das Spree-Gelände der früheren Bar 25 an der Holzmarktstraße in Friedrichshain, ein großes Kasernengebäude am Mehringdamm in Kreuzberg und eine frühere Schule in Wedding. Die Praxis beim Verkauf lautet: Wer am meisten zahlt, bekommt den Zuschlag.
Auf diese rein profitorientierte Vergabepraxis des Liegenschaftsfonds will Corinne Rose, in Kooperation mit Berliner Initiativen aufmerksam machen. „Wir wollen neuen Schwung reinbringen in die Liegenschaftspolitik“, sagt sie. So sammeln die Initiatoren vor Ort die Ideen und Wünsche der Anwohner und Gewerbetreibenden. Ihre Interessen sollen beim Verkauf berücksichtigt werden. Den Initiativen, die sich seit vielen Jahren mit diesen Themen beschäftigen, bietet das Lab eine bisher nicht gekannte Aufmerksamkeit. Über kein anderes Projekt wurde in Berlin in den vergangenen Wochen so heftig gestritten wie über das Kurzzeitlabor.
Erleuchtung zwischen Großstadtmauern: In der New Yorker Houston Street begann das Projekt Guggenheim Lab im August 2011. In Berlin geht es weiter.
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Wie in New York soll eine Freiluftkonstruktion zu Diskussionen über die Stadtentwicklung einladen.
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Anfangs sollte das Berliner Guggenheim Lab an die Schlesische Straße ziehen.
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Ein Blick auf das Grundstück an der Ecke Cuvrystraße/Schlesische Straße, ...
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...wo das "BMW Guggenheim Lab" hätte gebaut werden sollen.
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Idyllische Brache. Nach Protesten nahmen die Veranstalter von der Idee Abstand, das Lab in Kreuzberg aufzubauen.
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Hin und her: Anfangs favorisierte Guggenheim den Pfefferberg, dann fanden die Kuratoren Kreuzberg besser - bis die Proteste dort immer größer wurden.
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Das umstrittene BMW-Guggenheim-Projekt soll nun doch auf dem Pfefferberg im Prenzlauer Berg sein Berliner Domizil erhalten.
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An dieser Stelle des Pfefferbergs soll das urbane Forschungslabor seinen Platz finden.
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Der Eintritt im Pfefferberg an der Schönhauser Allee soll frei sein.
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In den nächsten sechs Wochen, werden dort 100 Veranstaltungen über die Zukunft der Stadt angeboten, es geht um Technik, Mobilität und Nachhaltigkeit, es gibt Workshops, Vorträge und Diskussionen. Wirkten die Programmpunkte des Lab bisher wie ein Unterhaltungs-Familienprogramm, bekommt das Projekt durch Roses Komplex „Städtische Mikroanalyse“ die politische Dimension, die Lab-Kritikern bisher fehlte. Sie fragt: Was ist Realität? Was ist Stadt? Was ist schön? Was ist hässlich? Wer entscheidet, was schön ist? Wie muss die Stadt für alte Menschen geschaffen sein?
Am 13. Juli widmet sich Corinne Rose dem Thema „Soziale Stadt gestalten“. Sie sagt: „Alle sind eingeladen. Jeder soll kommen. “ Und in Richtung der Gegner. „Wir stehen nicht auf der anderen Seite.“
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