Angesichts der drastischen Sparpläne des Berliner Senats hat der Paritätische Wohlfahrtsverband in Berlin am Mittwoch zu einer Demonstration aufgerufen. Wie der Verband auf der Plattform X mitteilte, findet ab 14 Uhr eine Versammlung vor dem Roten Rathaus in Mitte statt, um gegen die drohenden Kürzungen im sozialen Bereich zu demonstrieren.
Teilnehmer sind aufgefordert, Schlafsäcke und Decken mitzubringen, um sich symbolisch in Schlafsäcken niederzulegen, um die Folgen von Kürzungen in der Wohnungsnotfallhilfe sichtbar zu machen. Leere Stühle werden für gestrichene Beratungsplätze stehen und eine „Schlafplatz- und Beratungsplatzlotterie“ zeige, „wie unsicher und willkürlich die Hilfsangebote werden könnten“.
„Kürzungen von rund 75 Millionen Euro im Sozialetat sind besorgniserregend“, so Martin Hoyer, der stellvertretende Geschäftsführer des Verbands. „Das bedeutet, dass wichtige Angebote eingeschränkt werden müssen – das könnte z. B. Mobilitätsdienste für ältere Menschen, Beratung für Migration und Menschen mit Behinderung oder auch die Straßensozialarbeit betreffen“.
Sparpläne des Senats: Auch Berlinale betroffen
Der Wohlfahrtsverband sprach zudem seine Unterstützung für eine am Donnerstag geplante Demonstration vor dem Berliner Abgeordnetenhaus aus. Dazu hatte die Arbeiterwohlfahrt (AWO) aufgerufen. Unter dem Motto „Unkürzbar“ wollen sich Menschen am Donnerstagmorgen versammeln, um gegen die Kürzungen bei der Kinder- und Jugendhilfe zu demonstrieren.
Die fetten Jahre sind vorbei! Berlin muss drei Milliarden einsparen – nur wo?
Auch die Berliner Kulturszene hat gegen den Sparkurs der schwarz-roten Landesregierung protestiert. An der Veranstaltung „Berlin ist Kultur - das Konzert“ am Dienstag waren zahlreiche Häuser beteiligt. Von den Sparmaßnahmen sind bekannte Häuser wie die Komische Oper betroffen. Auch bei der Berlinale soll kräftig gespart werden. Insgesamt soll die Berliner Kultur mit rund 130 Millionen Euro weniger auskommen, was etwa zwölf Prozent ihres Budgets entspricht. (mit dpa)
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