Den Finanzsektor in die Pflicht nehmen

BLZ
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Feuilleton: "Becks Welt: Im Niemandsland der Unverantwortlichkeit" von Ulrich Beck (8./9. August):Der Artikel stößt eine Diskussion an, die in den letzten Jahren allmählich verwässert wurde, bis dann ja die Finanzkrise eintraf.Die grundlegende Verwerfung in der heutigen Form des Kapitalismus ist doch das Abziehen aller Gelder aus allen Bereichen der Volkswirtschaften, um am Aktienmarkt auf höhere Gewinne als es eine produktive Investition ermöglichen würde, zu spekulieren. Damit verlangsamte sich die gesamte gesellschaftliche Entwicklung ganz einfach wegen Geldmangels bzw. seiner Verklumpung auf einem im Grunde unproduktiven Teil des Finanzmarktes. Das führt nicht nur zur Erstarrung der gesellschaftlichen Entwicklung sondern ruft periodische Finanzkrisen hervor, bei denen infolge der Macht des Finanzsektors nochmals in die Taschen des Steuerzahlers gelangt wird. Staaten wie China, die sich dem mit weiterem Wachstum immer besser entziehen werden, entwickeln sich einfach an der westlichen Welt vorbei.Für die westliche Welt stellt sich ganz einfach die Frage, in Kürze von der internationalen Entwicklung abgehängt zu werden, oder endlich ihren Finanzsektor in die Pflicht zu nehmen und dessen Einfluss zurückzudrängen. Wichtig wird sein, die Profite dort so zu reduzieren, damit sich Investitionen in andere Bereiche der Volkswirtschaften wieder lohnen. Effektive transnationale Projekte anstelle des Kleinkleins sollten endlich wieder angegangen werden und sich auf wirklich wichtige globale Aufgaben (Energie, Umweltschutz, Wasser, Nahrungsmittel) beziehen. Sollten die westlichen Staaten jedoch nicht die Kraft zur Umstrukturierung aufbringen, werden sich innere Konflikte zweifellos radikalisieren und auch die Aggressivität des Westens wird ansteigen.Bernd Lindner, per E-Mail

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