Im Juli erschien der Sammelband „Oh Boy“ im Berliner Kanon-Verlag, er vereint literarische Texte, die sich kritisch mit dem Thema Männlichkeit auseinandersetzen. Weil einer der Autoren, der zudem auch Mitherausgeber ist, in seinem Text seine Übergriffigkeit gegenüber einer Frau gegen deren Willen öffentlich machte und diese zum Boykott des Buchs aufrief, stoppte der Verlag die Auslieferung und sagte zudem sämtliche Veranstaltungen zur Anthologie ab. Das Internationale Literaturfestival Berlin (ilb) hatte ebenfalls eine Veranstaltung geplant, sagte diese ab, nahm aber stattdessen eine Ersatzveranstaltung ins Programm, die der Journalist Deniz Yücel in einem Text für die Welt als „neostalinistisches Tribunal“ bezeichnete, denn hinter dem gefühligen Ton des Abends habe ein autoritärer Geist gelauert. Er kritisiert die Leiterin des ilb, Lavinia Frey, dafür, die „Gestaltungsmacht und Verantwortung für die Veranstaltung an die ‚Betroffene‘ abgegeben“ zu haben. Das sagt Lavinia Frey dazu.
Interview
Deniz Yücel nennt ilb-Veranstaltung zu „Oh Boy“ neostalinistisch: So reagiert Chefin Lavinia Frey
Das Internationale Literaturfestival Berlin machte nach dem Skandal um „Oh Boy“ eine Veranstaltung zu der Anthologie. Über die Gründe und Yücels Kritik daran spricht Lavinia Frey.
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Lavinia Frey, Leiterin des Internationalen Literaturfestivals Berlin
© Markus Wächter/Berliner Zeitung