Seinen ersten Auftritt hatte Dennis aus Pankow mit dreieinhalb Jahren. 1 000 Menschen hörten zu, darunter seine Eltern. Bei dem Konzert der Musikschule war er als Hund verkleidet und klatschte in die Hände. Mit sechs spielte er auf der Geige sein erstes Konzert. Nach dem Stück hat er vergessen, sich zu verbeugen. Keiner klatschte und er dachte: Was ist jetzt hier los? "Ich habe mich dann schnell verbeugt und alle haben gelacht." Inzwischen lachen seine Zuschauer nicht mehr, sie wischen sich eher Tränen aus den Augenwinkeln, weil er so schön das "Ave Maria" singt.Heute ist Dennis Chmelensky 13 Jahre alt. Er hat gerade seine erste CD mit klassischen Liedern herausgebracht, mit der er gleich in die Top 100 der deutschen Charts eingestiegen ist. Er biegt mit federnden Schritten um die Ecke, singt leise aus der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach und wiegt zur Melodie sachte seine Arme vor dem Körper. Bis Freitag muss das Stück sitzen, da ist sein nächstes Konzert in der Gethsemanekirche. Am 15. und 18. April tritt er in der Staatsoper auf, im Mai im Berliner Dom.Dennis ist 1,55 Meter groß, trägt schwarze Chucks, Jeans und ein T-Shirt mit Peace-Zeichen. In der linken Tasche seiner Jeansjacke steckt sein Handy. Darauf hat er klassische Musik gespeichert, aber auch Die Ärzte und ein Harry-Potter-Hörbuch. Er mag auch Xavier Naidoo und Rihanna. "Wenn ich abends nach Hause komme, höre ich nicht gleich wieder eine Beethoven-Sonate. Das wäre etwas übertrieben."Tagsüber ist er meist von Schubert, Mozart und Händel umgeben: Er geht aufs musikbetonte Gymnasium, singt im Staats- und Domchor Berlin, spielt Geige und Violine, fliegt für Fernsehauftritte nach Frankfurt und für Konzerte nach Montenegro, Madrid und Kopenhagen. "Einmal durfte ich sogar im Cockpit mitfliegen", erzählt er und strahlt. "Das war cool!" Meist begleitet ihn seine Mutter. "Sonst wäre es auch langweilig. Was soll ich alleine im Wellnessbereich vom Hotel?"Bei der Castingshow "Das Supertalent" schied Dennis im Halbfinale aus, danach wurden Talentscouts auf ihn aufmerksam. Jetzt ist sein Terminplan voll. Trotzdem bleibt noch Zeit für Skaten, Basketball und das Spiel "Risiko". Er liest auch gerne Micky-Maus-Hefte, spielt Lego, komponiert Geigenkonzerte und schreibt Bücher. "Öfters schreibe ich auf dem Schulweg, ich fahre 50 Minuten. Da mache ich manchmal auch noch meine Hausaufgaben." Seine schlechteste Note war eine Drei in Physik, sonst schreibt er Einsen und Zweien. "Mittlerweile kreischen die Mädels, wenn ich in die Schule komme", sagt Dennis und lacht. Das findet er auch cool.Noch singt er hoch und hell. Irgendwann wird er in den Stimmbruch kommen, doch darauf freut er sich eher. "Es ist so, wie wenn ich von einer halben Geige auf eine ganze umsteige. Meine Stimme wird voller und lauter." Er ist aber auch über sein Album glücklich. "Ich weiß nicht, was nach dem Stimmbruch passiert. Wenn ich alt bin und Kinder habe, kann ich ihnen meine CD vorspielen und sagen: So habe ich mal gesungen."------------------------------Foto: Daumen hoch! So wollte Dennis Chmelensky unbedingt fotografiert werden. Es passt zu seinem Erfolg: Sein Debütalbum schaffte es in die Verkaufscharts.
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