Der FC Bayern München erreicht das Achtelfinale des DFB-Pokals durch ein 2:1 gegen Werder Bremen

Und dann kam Schweinsteiger

Maik Rosner
4 Min

München Natürlich war vor dem Spiel noch einmal an das Pokalfinale der Vorsaison erinnert worden, an diesen 4:0-Sieg der Bayern gegen Bremen. Eines der besten Spiele unter seiner Regie habe seine Mannschaft damals in Berlin geboten, hatte Münchens Trainer Louis van Gaal noch am Montag gesagt. Das Spiel gestern Abend in der zweiten Rundes des DFB-Pokals war ja so etwas wie ein vorgezogenes Finale, doch die guten Erinnerungen des Niederländers dürften schnell hinfällig gewesen sein.Schuss fürs PoesiealbumBereits nach zwei Minuten führten die Bremer durch den ehemaligen Münchner Claudio Pizarro. Dass dieses Spiel dennoch erinnerungswürdig wurde, aus Sicht beider Vereine, lag zunächst an Bastian Schweinsteigers Ausgleich (27.). Und vor allem an seinem Rechtsschuss fürs Poesiealbum in der 74. Minute aus knapp 30 Metern, der in Winkelnähe einschlug. Eines der besten Spiele in der Amtszeit van Gaals war dieser 2:1 (1:1)-Sieg jedoch sicher nicht. Aber dafür eines mit einer kuriosen Dramaturgie, an die sich die Bremer wegen ihrer zahlreich vergebenen Chancen ungern erinnern werden.Das Spiel der Bayern war von Beginn an auf Angriff ausgelegt, zuletzt zwei Siege und ein Unentschieden schienen der Rumpfmannschaft Sicherheit gegeben zu haben. Doch dann griff Philipp Lahm Marko Arnautovic auf der linken Bremer Seite nicht an, der Österreicher flankte in aller Ruhe auf Pizarro, und der Peruaner bugsierte alleingelassen von Anatoli Timoschtschuk den Ball mit dem Oberschenkel ins Tor.Ein vielversprechender Start war das, zumindest aus Sicht der Bremer, die die Arena am dritten Spieltag der Bundesliga noch mit einem 0:0 verlassen hatten. Für die Münchner bedeutete der Rückstand, in ernsthafte Gefahr zu geraten, erstmals nach 19 Jahren wieder ein Pokalspiel zu Hause zu verlieren. Dagegen sprach allerdings das durchaus couragierte Auftreten der Bayern, bei denen Daniel van Buyten und Miroslav Klose zunächst zumindest wieder auf der Bank saßen. Das Lazarett der von einer Verletzungsmisere gebeutelten Mannschaft lichtet sich also allmählich, und auch die Reaktion auf den Rückstand versprach Besserung des Befindens.Deutlich spielbestimmend trat van Gaals Team auf, Werders Trainer Thomas Schaaf sah zunehmend gefährliche Annäherungen an das Tor von Sebastian Mielitz, der Tim Wiese vertrat. Doch wie schon beim 4:1-Sieg in Mönchengladbach war dem 21-Jährigen die fehlende Routine nicht anzumerken. Bezwungen wurde Mielitz nur deshalb von Schweinsteiger, weil Mikael Silvestre Hamit Altintop flanken ließ und Toni Kroos ein Schussversuch misslang. Schweinsteiger schob aus kurzer Distanz ein, weil Silvestre an der Grundlinie stehend das Abseits aufhob.Zuvor hatte Bremen allerdings zuweilen gefährlich gekontert. Die beste Chance zum 0:2 vergab Sebastian Prödl kurz vor dem Ausgleich völlig frei per Kopfball. Es hätte ein Tor werden können, das Erinnerungen an ein anderes Spiel gegen Werder geweckt hätte. An ein 2:5 nach 0:5-Rückstand in der Bundesliga, doch damals saß noch Jürgen Klinsmann auf van Gaals Stuhl.Viel änderte sich am Gesamteindruck des Spiels zunächst auch in der zweiten Halbzeit nicht. Die Bayern dominierten das Geschehen, richtig zwingende Chancen blieben aber meist aus. Altintops Linksschuss nach einem Solo war so eine Ausnahme, doch sein Abschluss geriet zu unpräzise. Von Werder hatte man bis dahin angenommen, es suche sein Glück ausschließlich in Kontern. Doch dann begann plötzlich eine Bremer Drangphase mit Chancen durch Wesley, Prödl, Pizarro und dreimal Arnautovic, in der binnen zehn Minuten ein Treffer wegen eines angeblichen Foulspiels von Prödl nicht gegeben wurde und zudem Arnautovics Freistoß an die Latte klatschte. All die Großchancen für ein ganzes Spiel ereigneten sich binnen zehn Minuten. Doch dann kam Schweinsteiger, drosch den Ball aus der Distanz unhaltbar für Mielitz ins Tor und sprang dem jubelnden van Gaal in die Arme. Er wird sich gerne daran erinnern.------------------------------"Wir hatten fünf Großchancen. Wenn wir die nicht nutzen, wird's schwer zu gewinnen." Thomas SchaafFoto: Stürmische Umarmung: Bayern-Trainer van Gaal überzeugt sich davon, dass der zweimalige Torschütze Schweinsteiger einen schweißtreibenden Abend hatte.

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