Berlin in historischen Aufnahmen

Gendarmenmarkt in Grün

Heute ist der beliebte Platz fast vollständig zugespflastert.

Maritta Adam-Tkalec
3 Min
Der Gendarmenmarkt um 1900 - viel grüner als heute

Der Gendarmenmarkt um 1900 - viel grüner als heute

© Wikipedia/Library of Congress

Es ist noch gar nicht lange her, da sollten die 134 Kugelahornbäume auf dem Gendarmenmarkt gefällt werden. Das waren nämlich DDR-Gewächse. Vor zehn Jahren noch hielt man solch ein Baummassaker  auf dem ansonsten fast grünlosen Areal für angemessen. Das hat ein klares Bürgervotum 2011 verhindert. Aber saniert werden sollte der Platz.

Passiert ist - Stand Herbst 2019 - nichts. Die Bäume stehen, Aber auch das sanierungsbedürftige Pflaster ist  voller Stolperfallen wie anno dunnemals.

Gendarmenmarkt als steinerne Fläche

Gendarmenmarkt als steinerne Fläche

© Wikipedia/CC BY 3.0/Guido Radig

Dabei ist flächendeckender schlesischer Granit - historische gesehen - gar keine Pflicht auf dem Gendarmenmarkt. Wie die Aufnahme aus dem Jahr 1900 zeigt, macht sich der beliebte Ort, angeblich einer der schönsten Plätze Europas, auch in Grün sehr schön. Rasen, Wasserbecken, Blumen, Stauden, Büsche - alles sehr gepflegt.

Aber wo sollten die   Schankgärten ihre Tische, Sonnenschirme und Tresen aufstellen und das Business blühen lassen. Eine innerstädtische Grünfläche passt auch gar nicht zu dem  vor allem von Touristen geliebte Open-Air-Klassik-Event im Sommer. Man kann nicht alles haben. Nun hat man eben sommers einen Hitzespeicher.

Ein anderer Teil der Historie: Auf dem Gendarmenmarkt, genauer vor der  Weinstube Lutter & Wegner, begann die Geschichte der Berliner Gehwegbefestigung: Die Inhaber ließen 1824 vor dem Lokal  in Privatinitiative   große, ebene Platten aus Granit verlegen, damit die Kundschaft sicheren und sauberen Fußes die Lokalität betreten konnte. Das Vorbild  überzeugte  den Preußenkönig Friedrich Wilhelm III.. Das wollte er überall in der Stadt.


Berlin in historischen Aufnahmen

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Zuvor hatten Fußgänger auf dem Markt mit Sand und Matsch zu kämpfen, malträtiert von Pferdehufen  und übersät mit Pferdeäpfeln.  Denn seinen bis heute glücklicherweise unangefochten Namen erhielt der Marktplatz 1799  in Erinnerung an die  Pferdeställe   des Kürassierregiments der Gens d’armes, die der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. 1736 hier errichten ließ. Dessen Sohn, Friedrich der Große, ließ die Stallungen im Jahr 1773 abreißen und das erste kleine Komödientheater zwischen die beiden Kirchen setzen.

Markt hielt man aber weiterhin, Darstellungen zeigen noch um 1890 ziemlich wüste Marktstände. Legendär: der Gänsemarkt in der Vorweihnachtszeit.


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