Der Krawall hat schon begonnen

Marcel Gäding
2 Min

Was am Freitag in der Oranienstraße passierte, war ein Vorgeschmack auf den 1. Mai: Bezirksamt und Netzwerk Kreuzberg stellten ihr Programm fürs "MyFest" vor, als ein Vertreter eines anderen linken Bündnisses in die Veranstaltung platzte und für eine Demo warb, die am gleichen Tag am gleichen Ort stattfinden soll wie das Volksfest. Am Ende kam es zum lauten Wortgefecht. Zurück blieben irritierte Organisatoren, die jetzt davon ausgehen müssen, dass ihr Fest doch nicht so friedlich wird wie geplant.Es ist das dritte Mal, dass das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und Vereine aus dem Kiez das "MyFest" organisieren, um im Vorfeld Krawalle zu verhindern. Auf 16 Bühnen zwischen Mariannenplatz und Kottbusser Tor machen 120 Bands Musik.Für Kinder soll es statt Krawall einen Erlebnisparcours geben mit dem Titel "Räuber und Gendarm". Trotz Verbots wollen die Anmelder der anderen Demo auf die Straße gehen - notfalls mit gerichtlicher Unterstützung.Wie eine solche Demo enden kann, spürt jetzt ein 22 Jahre alter Mann aus Brandenburg. Er wurde am Freitag zu 18 Monaten Haft auf Bewährung und zu 1 000 Euro Geldbuße verurteilt, weil er am Morgen des 1. Mai 2004 in der Bernauer Straße einen großen Stein auf einen Polizisten warf und diesen verletzte. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 180 Randalierer nach Krawallen angeklagt. (gäd.)

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