Der Meister war bester Laune

Andreas Kurtz
3 Min

Mit all der Würde, die er sich in mehr als 30 Jahren im Musikgeschäft erarbeitet hat, schritt David Bowie am Sonntagabend auf die Bühne. In der ausverkauften Max-Schmeling-Halle gab er sein einziges Berlin-Konzert. Mehrere tausend Fans - die im Durchschnitt deutlich jünger als der 55-Jährige waren - jubelten dem Meister zu, der selbst in bester Laune war. Gleich zu Beginn stellte Bowie klar: "Ich bin heute nicht zum Spaß hier. Es wird eine sehr lange Show." Als ersten Song gab er mit seiner achtköpfigen Band "Live On Mars". In dunkelblauem Anzug und vor einer sparsamen Bühnendeko präsentierte Bowie neue Songs seines jüngsten Albums "Heathen", aber auch alte Hits. Es war ein Liederabend ohne Theatralik.----Als Regisseur kann man mit jedem Film seinen guten Ruf riskieren. Allemal ein Grund für Nervosität. Dani Levy setzte deswegen am Sonnabend, dem Premierentag seines neuesten Films "Väter", sogar seinen Ruf als unbescholtener Bürger aufs Spiel. "Ich dachte den ganzen Tag nur daran, was ich in meiner Rede nach dem Film unbedingt sagen muss. Auch beim Tanken waren meine Gedanken bei dieser Ansprache." Und so hielt ihn etwa vier Kilometer hinter der Tankstelle die Polizei an. Levys Vermutung, dass die Uniformierten ihn zur Benutzung des Sicherheitsgurts animieren wollten, traf es nicht ganz. Er ist dann mit ihnen zusammen zur Tankstelle zurückgefahren und hat dort die noch offene Rechnung bezahlt.Als vorsichtiger Premierengast fiel Oskar Roehler im Cinemaxx am Potsdamer Platz auf. Wohl für den Fall, dass ihn der Film langweilt, hatte er ein Buch dabei ("Ich will Leidenschaft" von Simone Schmollack). Er brauchte es nicht, sondern gratulierte bei der Premierenfeier im Restaurant Jostys im Sony-Center der Produzentin Manuela Stehr: "Ein wundervoller Film!" Das lag auch an dem jungen Hauptdarsteller Ezra Valentin Lenz, der den Sohn von Maria Schrader und Sebastian Blomberg spielte. Und Glück hatte Ezra Valentin Lenz auch noch, denn im Gegensatz zu den erwachsenen Schauspielern bekam er nach dem Film keine Blumen (mit denen er eh nicht so viel anfangen kann), sondern ein Skateboard. Unter einem Gesichtspunkt hätte der Film "Väter" übrigens die Förderung des Bundesfamilienministeriums verdient: Während seiner Produktion war das Team außergewöhnlich fruchtbar, es kamen vier Babys zur Welt. Die bekanntesten waren die der beiden Darstellerinnen Christiane Paul und Marion Kracht.Foto: BERLINER ZEITUNG/CHRISTIAN SCHULZ Ein Liederabend ohne Theatralik: David Bowie am Sonntagabend in der Max-Schmeling-Halle.Foto: BERLINER ZEITUNG/CHRISTIAN SCHULZ Ein Familienfall: Maria Schrader lebt auch in der Realität mit Sebastian Blomberg zusammen. Ezra Valentin Lenz ist aber nur für "Väter" ausgeliehen.Foto: BERLINER ZEITUNG/CHRISTIAN SCHULZ Regisseur Dani Levy bekam es am Tag der Premiere seines Films "Väter" mit der Polizei zu tun.

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