Kommentar

Der Osten als Geschäftsmodell: Die DDR als Ware im Kampf um die Deutungshoheit

Ob westdeutsche Erinnerungsdeuter oder ostdeutsche Selbstvermarkter: Der Osten dient vielen als Projektionsfläche für politische Interessen. Das Ergebnis: die Fortsetzung eines alten Musters.

5 Min
Denn das Bild vom Osten ist längst ein Produkt aufmerksamkeitsökonomischer Bewirtschaftung.

Denn das Bild vom Osten ist längst ein Produkt aufmerksamkeitsökonomischer Bewirtschaftung.

© IPON/imago

Wer erzählt den Osten? Zu lange waren es nicht die Ostdeutschen selbst. Seit 1990 wurde der Osten zerlegt, etikettiert, einsortiert – von westdeutschen Deutungsagenturen, die genau zu wissen glaubten, was hier eigentlich passiert war. Der Osten kam vor, aber meist als Problem: als Störung, als Defizit, als pädagogischer Sonderfall. Er war Objekt der Betrachtung, selten Subjekt der eigenen Erzählung.

Mit einem Abo weiterlesen

Sie haben bereits ein B+ Abo?

*