Der Zoologische Garten und der Tierpark bekommen aber jedes Jahr weniger Geld vom Senat

Berlin leistet sich zwei Tiergärten - bis 2007

Marcel Gäding
4 Min

Der Zoologische Garten in Tiergarten und der Tierpark Berlin in Friedrichsfelde bereiten sich auf weit reichende Umstrukturierungen vor. Nachdem bereits im April die Eintrittspreise von neun auf zehn Euro erhöht wurden, sollen jetzt frei werdende Stellen nicht mehr besetzt werden. Außerdem ist an eine Fusion von Teilen der Verwaltung beider Einrichtungen gedacht. Für die Besucher ändert sich aber nichts. Weder an den jetzt geltenden Eintrittspreisen noch an den Öffnungszeiten werde gerüttelt, hieß es.Unter anderem sollen die Personalabteilungen beider Einrichtungen fusionieren. "Das setzt aber eine technische Vernetzung mit dem Tierpark voraus", sagte Zoo-Direktor Jürgen Lange am Donnerstag. Und die gibt es bislang nicht. Weil Angestellte in beiden Tiergärten von sich aus gehen, verringere sich deren Zahl von 520 auf 480. Im Zoologischen Garten sei bereits in diesem Jahr auf den Einsatz von Saison-Kräften verzichtet worden, die früher für Gartenarbeiten angeheuert wurden, sagte Lange. "Solche Aufgaben müssen jetzt von unseren Leuten zusätzlich ausgeführt werden." Oberstes Ziel sei es aber, keinen Zoo- und Tierpark-Mitarbeiter zu entlassen. Allerdings könnte der Fall eintreten, dass Zoo-Mitarbeiter nach Friedrichsfelde wechseln oder Tierpark-Angestellte ihren Dienst künftig im Westteil der Stadt versehen müssen. Mit den Veränderungen reagieren Zoo und Tierpark auf Forderungen von Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD). Der hat sich am Donnerstag vertraglich verpflichtet, den Einrichtungen mindestens bis zum Jahr 2007 Geld zu geben. Dafür müssen die aber auch strukturelle Veränderungen Angriff nehmen. "Wichtig ist, dass Zoo und Tierpark jetzt über eine Planungssicherheit verfügen", sagte Matthias Kolbeck, der Sprecher der Senatsfinanzverwaltung, am Donnerstag. Die Subventionen des Landes sinken von zurzeit 9,9 Millionen Euro auf 8,4 Millionen Euro im Jahr 2007. Entsprechend gedrückt ist die Stimmung in den Tiergärten wegen der Kürzung. "Mit den Zahlen verfügen wir jedoch über eine Grundlage", sagte Tierpark-Direktor Bernhard Blaszkiewitz am Donnerstag. Auch sei die ewig währende Diskussion darum, ob sich Berlin zwei Tiergärten leisten kann, zunächst beendet. "Es kehrt endlich wieder Ruhe ein."Im Hinblick auf die geforderten Umstrukturierungen hat die Finanzverwaltung den beiden Einrichtungen weitere klare Vorstellungen formuliert. Neben den Synergieeffekten müssen der Zoologische Garten und der Tierpark noch attraktiver werden, um die Zahl der Besucher zu erhöhen, sagt Sprecher Kolbeck. Auch müssten neue Marketing-Konzepte geprüft werden. Nach der Vertragsunterzeichnung mit der Finanzverwaltung knallten die Sektkorken deshalb auch nicht. "Ich trinke einen Kaffee", sagte Bernhard Blaszkiewitz. Schon am Donnerstagnachmittag kam eine Arbeitsgruppe im Zoologischen Garten zusammen, in der Vertreter von Zoo und Tierpark über die Forderungen des Senats berieten und erste Schritte erörterten. Zoo-Chef Jürgen Lange warnte aber vor zu drastischen Einsparungen. "Dann werden wir unattraktiv und uns bleiben die Besucher aus." Doch genau die seien für die beiden Tiergärten so wichtig. "Die Berliner sollten öfter in Zoo und Tierpark gehen, dann sind wir schon sehr zufrieden", sagte Blaszkiewitz.------------------------------Tierwelten // Tierpark Berlin: Der Landschaftspark in Friedrichsfelde (Straße Am Tierpark) wurde 1955 eröffnet, ist 160 Hektar groß. Er bietet 9 841 Tieren einen Lebensraum, davon gibt es 1 969 Säugetiere, 2 893 Vögel, 5 25 Reptilien und 1 818 Fische. Besucherlieblinge sind neben den Elefantenkindern und den beiden Elchen die Nashorn-Babys.Zoologischer Garten: Kurze Wege verspricht der 1844 eröffnete, 35 Hektar große Zoo (Hardenbergplatz) direkt in der City West. Dort leben 13 042 Tiere, darunter 1 297 Säugetiere und 2 623 Vögel. Hauptattraktionen sind neben den beiden Pandas Gorillas und Schimpansen.Aquarium Berlin: Direkt neben dem Zoo, an der Budapester Straße, leben 2 440 Fische. Hinzu kommen zahlreiche Insekten. Im 91 Jahre alten Haus gibt es Reptilien und Amphibien. Hauptattraktion sind die Krokodilhalle sowie die großen Landschaftsbecken.------------------------------Foto (2): Markenzeichen im Zoo: das Elefanten-Tor.Erlebniswelt: Mit Robben-Shows zieht der Zoo Besucher an. Dem Tierpark hingegen fehlt es an solchen Attraktionen.

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