Politik

Macron besucht Merz in Berlin: Handelskonflikt mit Trump ist Thema

In Berlin unterstreichen Friedrich Merz und Emmanuel Macron die enge Partnerschaft beider Länder. IN den Fokus rückt der Zollstreit mit Trump.

Team News Oliver Weinhold dpa/owe/ AFP
3 Min
Merz und Macron unterhalten sich

Merz und Macron unterhalten sich

© Ludovic Marin/Pool AFP/AP/dpa

Das mit Spannung erwartete Treffen zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron begann in betont harmonischer Atmosphäre. Beide Staatschefs hoben die lange gemeinsame Geschichte ihrer Länder und die daraus gewachsene deutsch-französische Partnerschaft hervor. „Wir stehen auf dem Fundament einer über Jahrzehnte gewachsenen engen deutsch-französischen Freundschaft. Und wir beide empfinden dies als eine große Verpflichtung, daran auch in den nächsten Jahren weiterzuarbeiten“, sagte Merz zum Auftakt von Macrons Arbeitsbesuch in Berlin.

Merz rechnet mit „Entscheidungen“ im Handelskonflikt mit den USA. Darüber wolle er auch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron sprechen, sagte er am Mittwochabend bei der Ankunft Macrons in Berlin. „Wir werden über einige sehr aktuelle Fragen miteinander beraten, unter anderem über die aktuelle Handelspolitik, zu der wir in diesen Minuten hören, dass es möglicherweise Entscheidungen geben könnte“, sagte Merz. Macron bestätigte, dass die beiden sich mit Blick auf Handelsfragen „miteinander abstimmen“ wollten.

„Wir teilen das Ziel der Stabilität und der niedrigstmöglichen Zölle“, sagte Macron mit Blick auf die Gespräche der vergangenen Tage mit weiteren Spitzenpolitikern europäischer Staaten. Dabei wolle Europa aber „selbstverständlich auch aus als Partner respektiert werden“, sagte Macron.

Die Zeitung „Financial Times“ berichtete am Mittwoch unter Berufung auf übereinstimmende Quellen, dass eine Einigung zwischen den USA und der EU auf Zölle in Höhe von 15 Prozent bevorstehe. Mehrere Produkte, etwa Flugzeuge, Alkohol und medizinische Geräte sollten von Zöllen befreit werden.

Das deutsch-französische Verhältnis sei ihm auch persönlich sehr wichtig, betonte der Kanzler, der seinen Gast auf Französisch mit „Bienvenue à Berlin“ (Herzlich willkommen in Berlin) begrüßte. Er wies darauf hin, dass nach ihm mittlerweile mehr als die Hälfte seines Kabinetts zu Antrittsbesuchen in Frankreich gewesen sei.

Viel Gesprächsstoff rund um Außen-und Sicherheitspolitik

Merz sagte, man werde über die aktuelle Handelspolitik mit dem Zollstreit mit den USA sowie über Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik sprechen. Macron betonte zur Zollfrage, man sei bereits in den vergangenen Tagen dazu im steten Austausch gewesen, um die Antwort auf die Zolloffensive von Präsident Donald Trump abzustimmen. Beteiligt waren laut Macron auch Italien und die EU-Kommission. Man teile den Willen, Stabilität zu geben und so geringe Zölle wie möglich zu haben.

Gleichzeitig wolle man als Partner respektiert werden. Macron betonte die persönliche Freundschaft zwischen ihm und Merz sowie zwischen ihren beiden Ländern. Die deutsch-französische Beziehung und der gemeinsame Wille, die beiderseitigen und europäischen Agenden voranzutreiben, sei wesentlich, so der französische Präsident.

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