Frankfurt A. M Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, nimmt Abschied von einem Ziel, von seinem Ziel: 25 Prozent sollten die Aktionäre der Deutschen Bank vor Steuern auf ihr eingesetztes Kapital verdienen. So lautete sein Versprechen seit 2005. Schon im vergangenen Jahr befürchtete er, die strengeren Eigenkapitalvorschriften würden sein Ziel gefährden. Jetzt spricht er gar nicht mehr darüber. Mit keinem einzigen Wort geht Ackermann auf den 13 Seiten, die das Zahlenwerk Deutschlands größter Bank für die ersten neun Monate darstellen, auf die 25-Prozent Rendite ein. Das neue Ziel ist ein absolutes: Zehn Milliarden Euro will die Bank im kommenden Jahr verdienen. Um dieses zu erreichen, "müssen sich allerdings vor allem noch die Zinsen normalisieren", schränkt Ackermann im Brief an die Aktionäre ein.Keine Prognose fürs Gesamtjahr"Wir nennen das 25-Prozent-Ziel nicht mehr", bestätigt ein Insider den leisen Abschied. Zum Teil dürfte das auch Folge der strengeren internationalen Regulierung sein. Denn je mehr Eigenkapital die Bank als Puffer vorhalten muss, desto unwahrscheinlicher wird es, dass sie je wieder 25 Prozent auf das Eigenkapital verdienen wird. Erst im September hat die Bank eine Mega-Kapitalerhöhung durchgezogen, die das Kapital um 10,2 Milliarden Euro stärkte. Der Grund für die Maßnahme war ein doppelter: Zum einen brauchte die Bank viel Geld, um die Postbank zu kaufen, zum anderen muss sie wegen der internationalen Regulierung höhere Puffer vorhalten.Das Eigenkapital der Bank beläuft sich nun auf rund 52 Milliarden Euro. Bei einem angepeilten Vorsteuergewinn von zehn Milliarden Euro für 2011, errechnet sich eine Ziel-Rendite von knapp unter 20 Prozent. Für die Postbank ist ein Jahresgewinn vor Steuern von 1,5 Prozent geplant, heißt es in Analystenkreisen.Ob alles so kommt wie erhofft, steht natürlich in den Sternen. Selbst die zehn Milliarden Euro sind noch in weiter Ferne, blickt man auf die Zahlen für die ersten neun Monate. Vor Steuern verdiente die Bank in dem Zeitraum 5,6 Milliarden Euro, nach 4,4 Milliarden im Vorjahreszeitraum - aber nur wenn man die Postbank außen vor lässt. Inklusive des einmaligen Verlustes in Höhe von 2,3 Milliarden Euro wegen der Abschreibung auf das Postbankpaket schrumpft der Gewinn der ersten drei Quartale auf 3,3 Milliarden Euro. Von Juli bis September ergibt sich so ein Verlust in Höhe von einer Milliarde Euro.Ackermann zeigte sich dennoch zufrieden: "Das Ergebnis des dritten Quartals hat verdeutlicht, wie robust unser Geschäftsmodell auch in einem herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld inzwischen ist", schreibt er an die Aktionäre. Eine Gewinnprognose für das laufende Jahr gibt Ackermann weiterhin nicht an.------------------------------SchadenersatzRisiko: Wegen des Verkaufs riskanter Zinsabsicherungsgeschäfte ist die Deutsche Bank zu Schadenersatz an einen kommunalen Abwasserzweckverband verurteilt worden. Das Oberlandesgericht Stuttgart entschied, dass die Großbank dem Versorger Mariatal wegen Falschberatung 710000 Euro zuzüglich Zinsen erstatten muss. Das Gericht hielt die Beratung für fehlerhaft und sah auch kein Mitverschulden des Zweckverbands, an dem die Städte Ravensburg und Weingarten sowie zwei weitere Gemeinden beteiligt sind. Die Bank kündigte Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) an (Az.: 9 U 148/08).------------------------------Foto: Schatten auf der Bilanz: Josef Ackermann muss seine ehrgeizigen Ziele zurücknehmen.
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