Deutsche Eishockey-Liga

Nürnberg macht die Eisbären zu Statisten

Die Eisbären Berlin haben am Freitag das Verfolgerduell in der DEL klar verloren. In der Arena am Ostbahnhof unterlagen sie den Nürnberg Ice Tigers vor 12.510 Zuschauern mit 2:6.

Benedikt Paetzholdt
3 Min
Nürnbergs Brandon Segal (l-r), Berlins Mark Olver, Nürnbergs Matt Murley und Nürnbergs Kyle Klubertanz kämpfen um den Puck.

Nürnbergs Brandon Segal (l-r), Berlins Mark Olver, Nürnbergs Matt Murley und Nürnbergs Kyle Klubertanz kämpfen um den Puck.

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Das 2:6 der Eisbären Berlin gegen die Nürnberg Ice Tigers hinterlässt doch eine gewisse Ernüchterung. Schließlich hatte Cheftrainer Uwe Krupp dieses Wochenende zur „super Standortbestimmung“ ausgerufen. Nach dem ersten von zwei Heimspielen scheint es, dass die Eisbären trotz starker Saison-Anfangsphase wohl doch nicht an die Tabellenspitze gehören.

Vor 12.510 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof, in der eine wohltuende Liga-Normalität herrschte und die Eisbären ausgelassen wie immer beklatscht und angefeuert wurden, gehörte die Anfangsphase noch den Gastgebern. In bekannter Heimmanier belagerten sie das Tor der Nürnberger, in der neunten Minute erzielte Zugang Mark Olver sein erstes Eisbären-Tor nach feiner Vorarbeit von Micki DuPont.

Schwer zu erklärende Fehler

Allerdings zeigte sich auch bald jene Facette der Eisbären, die sich dadurch auszeichnet, dass Erfolgserlebnisse in kürzester Zeit vernichtet werden. Und zwar durch einfache Fehler, wie sie nur schwer zu erklären sind. Zum Beispiel in der 13. Minute, als Sven Ziegler den Puck genau in den Lauf des Nürnbergers David Steckel legte, der daraufhin seinen Konter mühelos abschloss.

Bereits kurz vor der ersten Pause hätte der Abend unschöne Formen annehmen können. Als wäre es das Leichteste überhaupt, überwand Leonhard Pföderl die gesamte Eisbären-Abwehr und konnte nur durch Henry Haases unkorrekten Stockeinsatz am Treffer gehindert werden. Allerdings sollte sich dieser Einsatz auszahlen, denn Petri Vehanen im Berliner Tor konnte den sich anschließenden Penalty Pföderls abwehren.

Der Finne hatte überhaupt großen Anteil daran, dass die Eisbären immerhin bis zum Ende des zweiten Drittels daran glauben durften, in diesem Verfolgerduell bestehen zu können. Bruno Gervais brachte die Eisbären gleich zu Beginn dieses Abschnitts sogar erneut in Führung (22.), aber die Gäste hatten schon jetzt die besseren Szenen. Zunehmend wurden die Berliner zu Statisten degradiert, den Ausgleich besorgte zunächst Steven Reinprecht (25.).

Schwindelig gespielt

Im Schlussdrittel offenbarten die Gäste dann ihre individuelle Klasse. Ein ums andere Mal spielten die Nürnberger die Berliner Hintermannschaft regelrecht schwindelig, wobei sich vor allem die Reinprecht-Reihe hervortat. Der Kanadier traft zunächst zur Führung (45.), für das 4:2 durfte sich Nationalstürmer Patrick Reimer feiern lassen (49.). Von einem Comeback waren die Berliner schon jetzt meilenweit entfernt. Allerdings hatten die wenigsten in der Halle gedacht, dass sich der Abend noch zu einem echten Debakel entwickeln würde.

Wie in schlimmsten Zeiten ergab sich die Mannschaft in ihr Schicksal, sie wirkte völlig ausgelaugt. Die Nürnberger hatten es dadurch so einfach wie wohl selten in dieser Saison. Zunächst deutete Olympiasieger Dany Heatley mit seinem Treffer in der 50. Minute an, warum er den Ruf genießt, „der größte Name der Liga zu sein“ (Krupp). Und auch Pföderl kam noch zu einem Tor (54.). Zwei Nächte bleibt jetzt Zeit, um wieder „aufzuwachen“ – so forderten es die Fans. Am Sonntag geht es gegen die Hamburg Freezers (14.30 Uhr), ein ähnlich ambitioniertes Team wie Nürnberg. Nach dem Freitag sind die Vorzeichen nicht besonders gut.

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