Deutsche Flugsicherung verteidigt BBI-Flugrouten

Fluglärm: Lichtenrade bleibt betroffen

Jürgen Schwenkenbecher
2 Min

Teile von Lichtenrade im Südwesten Berlins werden wahrscheinlich auch nach einer Änderung der geplanten Flugrouten für den künftigen Hauptstadtflughafen BBI von Fluglärm betroffen sein. Der Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS), Axel Raab, sagte gestern im brandenburgischen Diedersdorf, selbst wenn die Fluglärmkommission eine andere Empfehlung für die Abflugrouten aussprechen sollte, könne er sich nicht vorstellen, dass die DFS diesem Vorschlag folgen werde. Denn das würde bedeuten, dass dann die Abflugroute über das sehr dicht besiedelte Blankenfelde verlaufen würde. "Genau das wollten wir nicht", sagte Raab vor dem Hintergrund der hitzigen Diskussion über die BBI-Abflugrouten. Blankenfelde liegt in der direkten Verlängerung der beiden Start- und Landebahnen des BBI, der am 3. Juni 2012 in Betrieb gehen soll.Der Staatssekretär im Potsdamer Infrastrukturministerium, Rainer Bretschneider, sagte in diesem Zusammenhang, die Planfeststellungsunterlagen für den BBI hätten im Jahr 2000 auch in Lichtenrade zur Einsicht ausgelegen. Damit reagierte er auf Vorwürfe, anders als die Einwohner von Blankenfelde hätten sich die Lichtenrader nicht mit Einwänden in das Planungsverfahren für den BBI einbringen können.Bretschneider räumte allerdings ein, dass seinerzeit die offene Flugroutenfrage nicht ausreichend kommuniziert worden sei. Natürlich sei in Berlin keiner der am Planungsprozess Beteiligten davon ausgegangen, dass über der Stadt mit der BBI-Eröffnung keine Flugzeuge mehr fliegen würden. "Aber wir hätten auch bei jeder Veröffentlichung ausdrücklich darauf verweisen müssen", sagte Bretschneider, der seit 1999 an der Planung beteiligt war. "Jetzt haben wir eine Akzeptanzdiskussion."Nach Ansicht des Staatssekretärs sind durch die Flugrouten-Vorschläge, die die DFS Anfang September unterbreitet hat, nur Lichtenrade und Mahlow auf der westlichen Seite sowie Zeuthen auf der östlichen Seite des Flughafens neu betroffen. In den anderen Orten, in denen jetzt auch protestiert werde, gehe es nicht um Lärmschutz, sondern um Lebensqualität. Das sei im juristischen Genehmigungsverfahren keine Kategorie. (sj.)

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