Im atomaren Rüstungswettstreit mit den USA suchte die Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg fieberhaft Uran. Fündig wurde sie in Sachsen und Thüringen. Das Bergbau-Unternehmen erhielt den Decknamen Wismut, wie die heutige Wismut GmbH auf ihrer Website erklärt. Wegen etlicher Sonderrechte galt es als „Staat im Staat“, heißt es auf der Seite des Stasi-Unterlagen-Archivs. Mit zeitweise mehr als 100.000 Beschäftigten holte die Wismut bis Ende 1990 nach eigenen Angaben mehr als 216.000 Tonnen Uran aus der Erde. Damit machte sie die DDR weltweit zu einem der größten Produzenten des radioaktiven Metalls und ermöglichte der damaligen UdSSR den Aufstieg zur nuklearen Supermacht.
Den Preis zahlten viele Menschen mit ihrer Gesundheit oder dem Verlust ihres Zuhauses. Zudem blieben schwere Umweltschäden zurück, die seit rund drei Jahrzehnten mit immensem Aufwand saniert werden müssen. Dazu ist aus dem einstigen Bergbau- ein bundeseigenes Sanierungsunternehmen geworden: die heutige Wismut GmbH. Bis Ende 2022 kostete die Sanierung rund 7 Milliarden Euro, bis 2050 werden die Gesamtkosten voraussichtlich auf 8,9 Milliarden Euro steigen.
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