Zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre steuert die Bundesrepublik auf ein Zeitalter mit ausgeglichenen Haushalten zu. Beim ersten Anlauf scheiterte der damalige Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) kurz vor dem Ziel an der Jahrhundertkrise. Sollte die sich - anders als die vielzitierten Jahrhundertfluten - nicht alle zwölf Monate wiederholen, stehen die Chancen gut, dass die chronische Schuldenmacherei bald der Geschichte angehört.Das mag sich verwegen anhören in einer Zeit, in der Bund, Länder und Kommunen Rekorddefizite anhäufen. Doch wieder einmal zeigt sich, wie effizient die beste Sparkommissarin Deutschlands arbeitet: Das ist die Konjunktur. Kommt sie ins Laufen wie zu Steinbrücks Amtszeiten vor der Krise oder jetzt unter dem christdemokratischen Finanzminister Wolfgang Schäuble, sinken nicht nur die Ausgaben, sondern steigen auch die Steuereinnahmen im Eiltempo.Im Vergleich dazu nehmen sich alle Sparprogramme trotz aller Härten wie kleine Randerscheinungen aus. Abermals beweist die Realität, dass Deutschland seine Haushalte nur sanieren kann, wenn es sein Wachstumsproblem löst - und zwar dauerhaft und nicht nur für eine Etappe.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de