Einen Tag vor dem Hitzeaktionstag am Donnerstag haben unter anderem die Bundesärztekammer, die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der Deutsche Pflegerat, der GKV-Spitzenverband und die Klima-Allianz Deutschland gemeinsam auf Defizite bei der Vorbereitung auf Extremhitze hingewiesen. Unter dem Motto „Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze“ rufen die Verbände zu einer flächendeckenden Umsetzung des gesundheitsbezogenen Hitzeschutzes auf.
Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt erklärte, längere und intensivere Hitzeperioden belasteten insbesondere ältere, kranke und pflegebedürftige Menschen. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen müssten auch unter Extrembedingungen leistungsfähig bleiben.
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Tödliche Gefahr und Wirtschaftsschäden
Auf extreme Hitzeszenarien „ist Deutschland nicht vorbereitet“, heißt es in der Mitteilung vom Mittwoch. Hitzeschutz soll nach Ansicht der Bundesärztekammer und ihrer Unterstützer verbindlich als Bestandteil des Katastrophenschutzes in Deutschland verankert werden.
Das Bündnis verweist auf ein Szenario, wonach bei einem mehrtägigen Hitzedom beispielsweise im Rheintal mit Temperaturen bis 44 Grad Zehntausende Todesfälle innerhalb weniger Tage möglich seien. Die wirtschaftlichen Schäden hitzebedingter Belastungen werden in einer Studie der Allianz Trade von Ende Mai auf über 100 Milliarden Euro geschätzt. Häufigkeit, Dauer und Intensität von Hitzeperioden könnten durch die globale Erwärmung zunehmen, argumentiert die Ärztekammer.
Hitzewelle in Deutschland schon nächste Woche möglich
Der Appell fällt mit Prognosen über steigende Temperaturen in Deutschland zusammen. Nach Einschätzung des Portals Weather.com könnte ab dem kommenden Wochenende Sommerluft nach Deutschland strömen. In der folgenden Woche seien demnach Höchstwerte von bis zu 35 Grad in Teilen der Bundesrepublik möglich. In Spanien und Portugal werde bereits eine Hitzewelle mit Werten von bis zu 40 Grad und mehr verzeichnet, die sich über Frankreich bis nach England ausbreite.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert für den Beginn der kommenden Woche zwar ebenfalls höhere Temperaturen als zuletzt, rechnet bislang aber mit höchstens 30 Grad am Mittwoch am Oberrhein. Damit sieht der DWD den Wetterumschwung weniger dramatisch als das Wetterportal. In der Vorhersage bewegen sich die Temperaturen für den Wochenbeginn ansonsten eher um die 25 Grad, im Norden und Osten teils weniger.
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