Bei der Mitgliederversammlung von Hertha BSC wurden am Sonntag aus 19 Kandidaten drei Nachrücker im zweiten Wahlgang ins Präsidium des Bundesliga-Absteigers gewählt. Damit gehören dem von Kay Bernstein angeführten Gremium nun wieder acht Mitglieder an. Zwei davon sind Frauen.
Neben Bernstein, Fabian Drescher, Peer Mock-Stümer, Hans-Joachim Bläsing und Anne Jüngermann gehört nun auch Anne Noske dem Hertha-Präsidium an. Die 39-Jährige sagt, sie stehe für „blau-weiße Frauenpower. Früher habe ich für die Website ‚Herthafreundin‘ geschrieben und diese gepusht; habe erfolgreich dafür gekämpft, dass Frauen im Tross eines Profifußballvereins Normalität werden. Heute will ich die Hertha-Frauen und -Mädchen fördern, ihre öffentliche Aufmerksamkeit und die Zuschauerzahlen steigern. Außerdem möchte ich selbst dazu beitragen, dass die Anzahl von kompetenten Frauen im Präsidium erhöht wird.“
Experten auf den Gebieten Kommunikation, Marketing und Recht
Noske war zwischen 2004 und 2016 in der Presseabteilung von Hertha BSC tätig. Damals hieß sie noch Grubert. Mittlerweile arbeitet sie als Leiterin Unternehmenskommunikation eines kommunalen Berliner Wohnungsunternehmens. Ein Argument, das die Mitglieder honorierten: Noske hat zu Hertha eine Innen- und Außenperspektive. Sie versprach, all ihre „Erfahrung und Expertise für unseren Verein einsetzen, um die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren, die Lizenz zu sichern und die sportliche Leitung zu unterstützen“. Das brachte ihr im zweiten Wahlgang in der Berliner Messe das beste Ergebnis – 730 Stimmen der etwa 1500 anwesenden Mitglieder.
Neben Noske wurden der Marketing- und E-Commerce-Experte Saravanan Sundaram (648 Stimmen) ins Präsidium gewählt. Er ist seit 2013 Hertha-Mitglied und besitzt eine Dauerkarte in der Ostkurve. Der 41-Jährige, der seine Jugend in Wedding verbrachte, will dem Gremium durch seine Erfahrung im Bereich Marketing, Vertrieb, Management, Führung und Prozessoptimierung ebenso einen Mehrwert geben wie durch Loyalität, Teamgeist, Empathie sowie ziel- und werteorientiertes Handeln.
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Neu ins Präsidium gewählt wurde zudem der Wirtschaftsanwalt Ralf Thaeter (644 Stimmen), der konstatiert: „Mit dem Berliner Weg hat das Präsidium gezeigt, dass in diesem Verein Wandel zum Besseren möglich ist, dieser Weg aber noch lang und schwer wird.“ Dabei habe die wirtschaftliche Gesundung Priorität, ohne Herz und Seele des Vereins zu verkaufen. Auch in der gemeinsamen Arbeit für ein eigenes blau-weißes Stadion will sich der 52-Jährige einsetzen, „wenn die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen es erlauben“. Das Thema eigenes Stadion, war auf der Mitgliederversammlung zu hören, will Hertha BSC im kommenden Jahr intensiv vorantreiben.
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