Die Brandsaison geht bis November. Und das heißt: bis zur amerikanischen Präsidentschaftswahl. Donald Trump, der amtierende Präsident und bekennende „Klimaleugner“, hat für Montag seinen Besuch in der Katastrophenregion angekündigt – im Rahmen seiner Wahlkampftour durch Nevada und Arizona. Am Freitag twitterte Trump außerdem seinen Dank an die Rettungskräften. Es war nach wochenlangem Schweigen die erste offizielle Kenntnisnahme der Situation durch den Präsidenten, der zugleich umfassende Hilfsmaßnahmen ankündigte.
Noch im August hatte Trump gesagt, das Laub in den Wäldern zu harken, könnte die Feuer verhindert, und stellte für die kommenden Großbrände eine Kürzung der Hilfsgelder in Aussicht, sollten die Waldböden nicht „gereinigt“ werden. Nun aber ist Wahlkampf. Joe Biden, der demokratische Herausforderer, ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, all das zu erwähnen, was der Präsidenten unerwähnt gelassen hatte: „Die Familien, die alles verloren haben.“ Zudem nannte Biden die Brände einen „unbestreitbaren“ Beweis für den Klimawandel.
Und so könnte es sein, dass in diesem Jahr den Menschen an der Westküste ohne die irrlichternden Vorbehalte ihres offenkundig vernunftabstinenten Präsidenten zum ersten Mal geholfen wird: Trump befürchtet Stimmenverluste.
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